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Nahrungsmittelallergie

Nahrungsmittelallergien, auch Lebensmittelallergien genannt, kommen bei Säuglingen und Kleinkindern eher selten vor, können aber zu schweren Symptomen führen. Erfahren Sie, welche Lebensmittel am häufigsten Reaktionen auslösen, auf welche Anzeichen Sie achten sollten und warum Stillen das Allergierisiko reduzieren kann.


Nahrungsmittelallergien bei Säuglingen

Eine Nahrungsmittelallergie ist eine Überreaktion des Immunsystems, die meist sofort nach dem Genuss eines allergenen Nahrungsmittels (zum Beispiel Milch, Soja oder Nüsse) eintritt und sehr heftig sein kann. Zeigt sich die Reaktion verzögert und betrifft diese das Verdauungssystem, dann handelt es sich wahrscheinlich eher um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. 

Allergie oder Unverträglichkeit?

Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert das Immunsystem allergisch auf einen bestimmten Stoff in der Nahrung, der für gesunde Menschen harmlos ist. Der Nahrungsmittelintoleranz (Unverträglichkeit) liegt meist ein Enzymmangel oder beeinträchtigter Transportmechanismus im Darm zugrunde, der die Symptome auslöst.

Der Unterschied zwischen Allergie und Intoleranz am Beispiel der Milch:

Bei der Milchallergie lösen meist die in der Milch enthaltenen Eiweiße (Proteine) die Immunreaktion aus. Bei der Milchunverträglichkeit (Lactoseintoleranz) kann der Milchzucker (Lactose) aufgrund eines Enzymmangels vom Körper nicht aufgespalten und somit nicht richtig verdaut werden. Die Folgen sind mehr oder weniger heftige Magen-Darm-Beschwerden. 

Nahrungsmittelallergien sind unter Babys und Kindern häufiger vertreten als unter Erwachsenen. Etwa 2 bis 3 Prozent der Kinder und 1 bis 2 Prozent der Erwachsenen entwickeln beispielsweise eine echte Allergie auf Kuhmilch. Glücklicherweise verliert sich die Kuhmilcheiweißallergie bei über 75 Prozent der Kinder bis zum dritten Geburtstag. Bei entsprechender Veranlagung kann sich aber eine andere, verwandte Allergie entwickeln, etwa Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis. 

Die häufigsten Symptome einer Nahrungsmittelallergie

Haut: Juckreiz, Ekzem (Neurodermitis), Nesselsucht
Hautrötungen, trockener oder nässender Ausschlag auf dem Mund des Babys oder der Innenseite des Ellenbogens, raue Haut oder Hautblasen, Schwellung im Mund und Nasen-Rachen-Raum, Anschwellen der Zunge

Atemwege: Rhinitis, ähnlich Heuschnupfen
Verstopfte oder laufende Nase (geschwollene Schleimhäute), Kurzatmigkeit, Atemnot, Husten, Keuchen

Magen-Darm-Trakt:
Bauchschmerzen, Koliken, Verstopfung und Blähungen bis zu Durchfall und Erbrechen, blutigem Stuhl oder Gedeihstörungen.

 

Sind die Beschwerden auf den Verdauungstrakt beschränkt, handelt es sich vielleicht eher um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit als um eine Allergie.

Eine Nahrungsmittelallergie erkennen

Sobald Sie beginnen, Beikost einzuführen, werden Sie schnell merken, welche Lebensmittel Ihr Baby mag oder nicht mag. Das ist völlig normal und nicht unbedingt ein Anzeichen einer Nahrungsmittelallergie, deren häufigste Symptome im Folgenden aufgeführt sind. Statistisch gesehen entwickelt nur eines von 17 Kindern eine Allergie auf bestimmte Lebensmittel; die überwiegende Mehrheit wird keines der hier aufgeführten Symptome aufgrund einer Nahrungsmittelallergie aufweisen.

 

Die häufigsten Symptome einer Nahrungsmittelallergie sind:

• Anschwellen der Augen und Lippen

• Durchfall oder Erbrechen

• Keuchen, eine laufende Nase, rote Augen und Niesen

• Juckreiz, Nesselsucht und Ekzeme

Alle Symptome können mild, mittelschwer (moderat) oder stark ausgeprägt sein. Obwohl Allergiker jedes allergische Geschehen meist in einem ähnlichen Schweregrad erleben, gibt es keine Garantie, dass der nächste allergische Vorfall nicht doch zu einer schwereren Reaktion führen kann. Daher ist es wichtig, dass Allergien bei Kindern ärztlich diagnostiziert, behandelt und kontinuierlich überwacht werden.

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Schweres Keuchen und Atemnot können Anzeichen einer Anaphylaxie (anaphylaktischer Schock) sein. Dieser lebensbedrohliche Zustand macht sofortige medizinische Hilfe nötig (Notruf unter 112 verständigen). Glücklicherweise ist diese Art von schwerer allergischer Reaktion sehr selten.

Die folgenden Nahrungsmittel lösen am häufigsten eine allergische Reaktion aus:

•         Kuhmilch

•         Hühnereier

•         Erdnüsse

•         Baumnüsse (z. B. Haselnüsse)

•         Weizen

•         Soja

•         Fisch

•         Schalentiere (z. B. Shrimps)

•         Samen (z. B. Sesam)

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Säuglingsernährung bei nachgewiesener Allergie auf Kuhmilcheiweiß

Säuglingsnahrung ist Milchnahrung. Sollte Ihr Arzt bzw. Allergologe bei Ihrem Baby eindeutig eine Allergie gegen Kuhmilcheiweiß diagnostiziert haben, müssen Kuhmilch und Produkte mit Milcheiweiß in den nächsten Wochen ganz aus der Babyernährung gestrichen werden – die Dauer richtet sich nach der Empfehlung des Kinderarztes. Man spricht hier von der therapeutischen Eliminationsdiät. Ihr Arzt wird diese Ernährungsumstellung begleiten und Ihnen eine Spezialnahrung empfehlen, die das Kind mit allen Nährstoffen versorgt, die es braucht.

Die Ernährungsumstellung ist bei Kindern zunächst zeitlich begrenzt. Danach werden neue Tests durchgeführt, da Kinder häufig eine Toleranz gegenüber dem Allergen Milcheiweiß entwickeln, sodass die Diät wieder aufgehoben werden kann. Bei über 75 Prozent der Kinder verliert sich die allergische Reaktion bis zum dritten Geburtstag und bei über 90 Prozent bis zum sechsten Geburtstag.

Alles Wissenswerte zum Thema Kuhmilcheiweißallergie lesen Sie hier

Familiendisposition Nahrungsmittelallergie

Die Neigung zu Allergien ist ein Aspekt der Gesundheit, der vererbbar ist. Wenn ein nahes Familienmitglied (Eltern, Geschwister) allergisch ist, steigt das Allergierisiko des Babys. Das ist jedoch noch kein Grund zur Sorge: Ein erhöhtes Risiko bedeutet nicht, dass Ihr Baby später zwangsläufig eine Allergie ausbilden wird!

Je früher Sie wissen, ob Ihr Kind tatsächlich allergiegefährdet ist, desto eher und wirkungsvoller können Sie vorbeugen. Am besten, Sie besprechen sich mit Ihrem Kinderarzt oder während der Schwangerschaft bereits mit Ihrem Gynäkologen. Eine sogenannte Familienanamnese, bei der Ihr Arzt alle relevanten Informationen über Erkrankungen sammelt, ist derzeit die beste Methode zur Vorhersage einer möglichen Allergie. 

Reduktion des Allergierisikos

Frühzeitige Allergieprävention in den ersten vier Lebensmonaten kann helfen, den Ausbruch von Allergien bei Risikokindern zu verhindern. Mit Muttermilch können Sie Ihr Baby vom ersten Tag an schützen. Muttermilch ist in ihrer Zusammensetzung einmalig. Sie enthält Kohlenhydrate (Milchzucker/Lactose) und Prebiotika, Eiweiß, Fett (unter anderem langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren/LCP), Nukleotide, Vitamine und Mineralstoffe sowie vor allem viele immunologische Faktoren und bietet so einen besonderen Schutz. Darum ist ausschließliches Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten die optimale Ernährungsform im Sinne der Prägung durch frühkindliche Ernährung.

Sollte Stillen nicht oder nicht ausschließlich möglich sein, kann eine HA-Säuglingsanfangsnahrung von Anfang an vor allergischen Symptomen schützen. Hypoallergene (HA) Säuglingsanfangsnahrungen zeichnen sich durch allergenarmes Eiweiß aus. Dieses Eiweiß wird durch einen besonderen Prozess in kleine Bausteine gespalten (hydrolysiert) und verliert so weitestgehend seine allergieauslösende Wirkung –eine sinnvolle Allergieprävention für nicht oder nicht voll gestillte Säuglinge in den ersten Lebensmonaten.

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