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Allergien verstehen

Hat mein Baby ein erhöhtes Allergierisiko? Wie entsteht eine Allergie und was passiert bei einer allergischen Reaktion? Welche Rolle spielt das Immunsystem dabei? Hier finden Sie Antworten auf Ihre Fragen.


Die Aufgabe des Immunsystems ist es, uns vor Bakterien, Viren und anderen körperfremden Stoffen zu schützen. Normalerweise ist es in der Lage, körperfremde Stoffe (Antigene) korrekt als harmlos oder gefährlich einzustufen. Ist dieser Mechanismus jedoch gestört, sieht die Körperabwehr harmlose Fremdstoffe als gefährlich an und bildet viel mehr Antikörper als nötig. Das heißt, eine allergische Reaktion verläuft im Grunde wie die Reaktion gegen einen Krankheitserreger. So wird aus dem Antigen ein Allergen, denn es ist an der Entstehung einer Allergie beteiligt. Fortan ist das Immunsystem darauf programmiert, dieses Allergen auf das Schärfste zu bekämpfen, sobald der Körper erneut in Kontakt mit ihm kommt. Aufgrund der gebildeten Antikörper erkennt es das Allergen sofort wieder und die Mastzellen schütten vermehrt das Hormon Histamin aus, das für zahlreiche allergische Symptome verantwortlich ist. Es folgen Juckreiz, Durchfall, brennende Augen oder eine laufende Nase – die klassischen Symptome einer allergischen Reaktion. 

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Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass maximal 20 Prozent der zukünftigen Gesundheit eines Babys durch seine Gene geprägt werden. Mindestens 80 Prozent werden durch äußere Faktoren in jungen Jahren bestimmt, welche Sie von Anfang an positiv beeinflussen können. Hierbei spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle. 

Weltweit auf dem Vormarsch

Allergische Erkrankungen sind in Deutschland zu einem weitverbreiteten Gesundheitsproblem geworden. Allergien gegen Nahrungsmittel, Neurodermitis (atopisches Ekzem) und Heuschnupfen sind weiter auf dem Vormarsch und gehören mittlerweile zu den häufigsten chronischen Erkrankungen, die oft schon im Säuglingsalter in Erscheinung treten. Von den Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren in Deutschland sind fast 17 Prozent von mindestens einer allergischen Erkrankung betroffen. Aktuell leiden fast 13 Prozent an Heuschnupfen, gut 14 Prozent an Neurodermitis und etwas mehr als 6 Prozent an Asthma.*

Doch mit Anstieg der allergischen Erkrankungen ist auch das Wissen darüber gewachsen, dass Prävention möglich ist – eine Vorbeugung, die bereits während der Schwangerschaft und im frühen Säuglingsalter einsetzen kann und in der vor allem die Ernährung und das Umfeld eine große Rolle spielen. 

* Quelle: KiGGS-Studie – Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1); 2009-2012.

Gesunde Darmflora – starkes Immunsystem

Studien1, 2 weisen auf einen Zusammenhang hin: Die Zusammensetzung der Darmflora von allergischen und nicht allergischen Kindern zeigt deutliche Unterschiede. Kinder, die an einer Allergie

erkrankt waren, wiesen eine größere Anzahl an unerwünschten Bakterien im Stuhl auf. Die Anzahl der positiven Bifidusbakterien hingegen war niedriger als bei nicht allergischen Kindern. Die Darmflora scheint demnach einen Einfluss auf die Vermeidung von Allergien zu haben. Eine gesunde Darmflora unterstützt zudem die Reifung des Immunsystems.

1. Kalliomäki M et al. (2001), J Allergy Clin Immunol, 107(19. 129-34). 2. Björkstén B et al. (2001), J Allergy Clin Immunol, 1 108(4): 516-20.

Welche Rolle spielen äußere Einflussfaktoren?

Neben der genetischen Veranlagung, eine Allergie zu entwickeln, spielen Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. Nicht ohne Grund werden Allergien zu den sogenannten Zivilisationskrankheiten gezählt, treten sie doch vor allem in den hoch entwickelten Industrieländern vermehrt auf. Frühzeitige Prävention, am besten schon in der Schwangerschaft, kann zur Vermeidung von Allergien beitragen. Kennen Sie die häufigsten Allergieauslöser?

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