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Stillen, Fläschchen, Beikost: Wann ist was dran?

Fachorganisationen haben offizielle Empfehlungen zur optimalen Dauer der Stillzeit, und dem Zeitpunkt für Flaschennahrung und die Einführung der Beikost ausgearbeitet. Erfahren Sie mehr zum Ernährungsfahrplan im ersten Lebensjahr.


Das große Thema Babyernährung, genauer gesagt Stillen, Fläschchen und Beikost, hat schon bei vielen jungen Müttern für Verwirrung gesorgt. Wann ist der richtige Zeitpunkt für was gekommen, und wie schafft man den Übergang zum Fläschchen oder zur Beikost? Vor gutgemeinten Ratschlägen von Freunden und Verwandten können sich Eltern bei diesem Thema oft kaum retten – aber welche sind die richtigen?

Die wichtigsten Organisationen von Kinder- und Frauenärzten, Hebammen, Ernährungsexperten und Gesundheitspolitik haben 2010 in  einem Sonderdruck der „Monatszeitschrift für Kinderheilkunde"  gemeinsame Handlungsempfehlungen mit klaren Zeitangaben zu Stillen, Babynahrung und Beikost veröffentlicht. Als verbindlicher Konsens von Fachkreisen können Ihnen diese Empfehlungen zur Orientierung dienen.  Wir haben diese Empfehlungen für Sie in einer Grafik veranschaulicht.

Ernährungsfahrplan im ersten Lebensjahr

Stillen ist das Beste für Ihr Baby, denn Muttermilch enthält alles, was Ihr Baby für sein Wachstum und seine Entwicklung benötigt. Besonders Kinder mit erhöhtem Allergierisiko (ein Eltern- oder Geschwisterteil leidet unter einer Allergie) sollten mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats ausschließlich gestillt werden - besser noch bis zum Ende des 6. Lebensmonats.

Auch nach Einführung der Beikost sollten Sie Ihr Baby nach Möglichkeit weiterstillen, so die Handlungsempfehlung. Gestillt wird ad libitum, also nach Bedarf: Zeitpunkt und Dauer bestimmt dabei Ihr Baby. Aber machen Sie sich keine Gedanken, wenn Sie nicht voll stillen können oder möchten: Auch Teilstillen ist wertvoll.

Falls Sie nicht stillen können oder möchten, ist Säuglingsanfangsnahrung die einzige Alternative. Anfangsnahrungen sind zur Fütterung von Babys von Geburt an geeignet und können das gesamte erste Lebensjahr gefüttert werden.

Einführung von Beikost: ideal nach dem 6. Monat

Mit Beikost sollte Ihr Baby frühestens zu Beginn der 17. Lebenswoche und spätestens mit der 26. Lebenswoche beginnen. Zur „Beikost" zählen alle Nahrungsmittel, die Ihr Baby im 1. Lebensjahr zusätzlich zur Milch erhält. Zufüttern von Beikost bedeutet demnach auch nicht das Ende des Stillens. Auch wenn Ihr Baby bereits mit dem Fläschchen gefüttert wird, sollte es dieses weiterhin erhalten.

Bei der Einführung der Beikost wird Ihr Baby langsam an Lebensmittel herangeführt und lernt dabei, vom Löffel zu essen und aus der Tasse zu trinken. Den Anfang macht dabei der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Denn nach etwa sechs Monaten sind die Eisenspeicher Ihres Babys aufgebraucht und der Eisenbedarf muss über das Fleisch gedeckt werden.

Die Einführung der Beikost

Lesen Sie hier, wie Ihr Baby Schritt für Schritt Geschmack an Beikost findet.

Der Übergang zum Fläschchen

Sollten Sie sich dazu entschließen nicht mehr (voll) zu stillen gibt es zwei Möglichkeiten:

Wenn Sie vor dem 6. Monat abstillen, sollten Sie allmählich eine Stillmahlzeit durch eine Flaschenmahlzeit mit Säuglingsanfangsnahrung mit dem Zusatz „Pre" oder „HA Pre" (bei Allergierisiko) ersetzen.

Die meisten Mütter ersetzen Woche für Woche jeweils eine weitere Stillmahlzeit durch ein Fläschchen, um ihr Baby langsam daran zu gewöhnen. Haben Sie dabei Geduld mit sich und Ihrem Baby: Bei manchen geht es ganz schnell, bei anderen dauert es etwas länger.

Wenn Sie im Beikostalter abstillen, geben Sie Ihrem Baby zusätzlich zum Brei noch die Brust. Verschieben Sie dabei das Mengenverhältnis solange in Richtung „mehr Brei, weniger Milch", bis Sie eine komplette Stillmahlzeit durch eine Breimahlzeit von etwa 190 Gramm ersetzt haben. Bitte haben Sie auch hierbei Geduld mit Ihrem Baby und lassen Sie sich viel Zeit.

Ab dem 10. Monat beginnt dann ein ganz neues, aufregendes Kapitel in der Ernährung Ihres Babys: allmählich und schrittweise wird es in die Familienkost eingeführt.

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