Baby bottle

Kuhmilchallergie bei Babys – was hilft?

Bis zu 7 Prozent aller Säuglinge haben eine Nahrungsmittelallergie – der Großteil von ihnen reagiert mit allergischen Symptomen gegen Kuhmilcheiweiß. Zum Glück mit sehr guter Prognose.


Kuhmilchallergie bei Babys

Bis zu 7 Prozent aller Kinder haben eine Nahrungsmittelallergie – etwa 2 - 3 Prozent von ihnen reagiert mit allergischen Symptomen gegen Kuhmilcheiweiß und benötigt daher eine spezielle Ernährung.

Kinder leiden im ersten Lebensjahr am häufigsten an einer Kuhmilcheiweißallergie (auch bekannt als Kuhmilchallergie). Denn das Eiweiß aus der Kuhmilch ist gewöhnlich das erste Lebensmittelallergen, mit dem Babys in Kontakt kommen – meist über Säuglingsanfangsnahrung, die in der Regel auf Kuhmilcheiweiß basiert. Die gute Nachricht: 90 Prozent aller Kinder tolerieren dieses Eiweiß bis zum Schulalter wieder vollständig.

Was ist eine Kuhmilchallergie?

Bei einer Kuhmilchallergie reagiert das Immunsystem mit typischen Symptomen auf das Kuhmilcheiweiß. Diese Symptome können z.B. die Haut, den Verdauungstrakt oder die Atmungsorgane betreffen. 

Hat mein Baby eine Kuhmilchallergie?

Es ist nicht leicht, eine Kuhmilchallergie bei Babys zu erkennen, denn die Symptome sind vielfältig und oft unspezifisch. Folgende Symptome können auf eine Kuhmilcheiweißallergie hinweisen:

Haut

  •     Ausschlag
  •     Neurodermitis
  •     Nesseln
  •     Nesselsucht oder -fieber 
  •     Juckreiz
Symptom der Kuhmilchallergie bei Babys: Hautausschlag
Symptom der Kuhmilchallergie bei Babys: Verdauungsprobleme

Magen-Darm-Trakt

  •     Übelkeit und Erbrechen
  •     Durchfall
  •     Bauchschmerzen
  •     Schwere Koliken
  •     Verstopfung
  •     Gewichtsverlust oder -stagnation
  •     Degeneration

Atemwege

  •     Engegefühl in der Brust
  •     Asthma
  •     Schwellung des Kehlkopfes
  •     Allergischer Schnupfen
  •     Zischende/ pfeifende Atemgeräusche
Symptom der Kuhmilchallergie bei Babys: Atemwegsprobleme
Symptome der Kuhmilchallergie bei Babys: untröstliches Schreien, Müdigkeit, Abgeschlagenheit

Verschiedenes

  •     Untröstliches Schreien
  •     Müdigkeit
  •     Abgeschlagenheit
  •     Unruhe
  •     Ängstlichkeit

Alle Symptome können auch eine andere Erkrankung als Grund haben oder ganz ohne pathologischen Befund auftreten. Treten sie aber zusammen und/oder nach den Mahlzeiten auf, können sie ein Anzeichen für eine Kuhmilcheiweißallergie sein.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Baby eine Kuhmilcheiweißallergie haben könnte, sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt. Er wird Ihnen sagen können, ob Ihr Baby tatsächlich eine solche Allergie hat.

Diese Fragen stellt Ihnen der Kinderarzt um herauszufinden, ob eine Kuhmilchallergie vorliegt

  • Hat Ihr Kind Hautprobleme wie ein Ekzem, Juckreiz, Rötungen, Dermatitis, Pickelchen?
  • Kommt es direkt nach der Nahrungsaufnahme zu Schwellungen oder akuten Hautrötungen, insbesondere im Gesicht?
  • Hat Ihr Baby zusätzlich Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung, Durchfall, Blähungen, starkes Spucken, Blut im Stuhl? Hat es oft dünnen Stuhlgang oder Durchfall?
  • Nimmt Ihr Baby zu wenig an Gewicht zu oder weigert es sich manchmal zu essen, obwohl es Hunger hat? Erbricht es nach dem Essen häufig wieder?
  • Wirkt Ihr Baby über einen längeren Zeitraum ständig müde und unzufrieden? Weint es häufig, vor allem nach der Nahrungsaufnahme?
  • Leidet Ihr Kind öfter unter Schnupfen, Husten oder Atemnot ohne Anzeichen eines Infekts?

Hinweis: Nur Ihr Kinderarzt kann eine sichere Diagnose stellen. Nutzen Sie diese Fragen als Vorbereitung auf den Arzttermin.

Können auch gestillte Babys eine Kuhmilchallergie entwickeln?

Muttermilch ist die beste Ernährung für Ihr Baby und der optimale Schutz vor Allergien. In seltenen Fällen entwickeln aber auch gestillte Babys eine Kuhmilcheiweißallergie. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine allergische Reaktion auf die Muttermilch selbst, sondern auf geringe Mengen an Kuhmilcheiweiß aus der Ernährung der Mutter. Denn das Kuhmilcheiweiß wird vom Baby über die Muttermilch aufgenommen. Sollten Sie also stillen und Ihr Baby gegen Kuhmilcheiweiß allergisch sein, wird das Streichen aller Milchprodukte von Ihrem Speiseplan meist für schnelle Linderung sorgen. Eine Eliminationsdiät – also das Weglassen der Nahrungsmittel, die die Allergene enthalten – sollten Sie allerdings nur mit ausführlicher Diätberatung durch geschulte Ernährungsfachkräfte oder unter ärztlicher Aufsicht umsetzen. So können Sie sicher sein, dass Sie und Ihr Baby weiterhin mit allen Nährstoffen versorgt werden.

Eine Ernährungsumstellung bringt meist schnelle Linderung.

Vollwertige Ersatznahrung bei Kuhmilchallergie

Bei bestehender Kuhmilcheiweißallergie gibt es nur eine Maßnahme: Entfernen Sie intaktes Kuhmilcheiweiß bitte konsequent aus der Ernährung Ihres Babys. Sie stillen nicht? Dann wird Ihnen Ihr Kinderarzt empfehlen,  auf eine hochwertige, hypoallergene Spezialnahrung umzustellen. Wichtig ist, dass diese trotzdem die für Ihr Baby wichtigen Nährstoffe bereitstellt. Bei diagnostizierter Kuhmilcheiweißallergie wird daher die Verwendung einer Spezialnahrung auf Basis eines extensiven Hydrolysates (eHF) oder – wenn dieses nicht vertragen wird – einer Aminosäuren-Mischung (AAF) empfohlen.

Erfahren Sie jetzt mehr über die optimale Ernährung für Babys mit Kuhmilchallergie und laden Sie unseren umfassenden Ratgeber herunter!

Ernährung bei Kuhmilcheiweißallergie im 1. Lebensjahr

Ernährung bei Kuhmilcheiweißallergie im 1. Lebensjahr (4.12 MB)

Kostenübernahme für Spezialnahrung

Die Kosten für Spezialnahrungen werden bei nachgewiesener Kuhmilcheiweißallergie und ärztlicher Verordnung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Was sind eHFs und AAFs?

Die Eiweiße in eHFs werden durch Hydrolyse in Peptide – kleinere Bausteine eines Proteins – aufgespalten, fein gefiltert und stark erhitzt, so dass sie der Körper nicht mehr als ein Allergen erkennt. Oft hilft schon diese einfache Ernährungsumstellung Ihrem Baby relativ schnell. Sollte Ihr Kind aber immer noch allergisch reagieren, kann eine Spezialnahrung auf Basis von Aminosäuren (AAF) eingesetzt werden, bei der die einzelnen und somit noch besser verträglichen Bausteine des Proteins verwendet werden. Die Beikosteinführung erfolgt wie bei jedem anderen Baby auch, nur eben ohne Milch und Milchprodukte.

Aufspaltung der Proteine zu eHF oder AAF
Aufspaltung der Proteine zu eHF oder AAF

Wie geht es weiter?

Meist geht die Kuhmilcheiweißallergie nach einer konsequenten Ernährungsumstellung nach einiger Zeit zurück – häufig bis zum 2. oder 3. Lebensjahr. Um zu überprüfen, ob die Allergie abgeklungen ist, ist eine erneute Provokation mit Kuhmilch nötig. Diese ist aber vor der Vollendung des ersten Lebensjahres nicht empfehlenswert. Ihr Kinderarzt wird also erst nach ungefähr 6- bis 18-monatiger Diät eine Reprovokation mit Kuhmilcheiweiß bei Ihrem Kind durchführen. Treten keine allergischen Reaktionen mehr auf, kann Kuhmilch in seine Ernährung wieder eingeführt werden.

Aptawelt Elternservice Logo

Das könnte Sie auch interessieren