baby_bottle_1476.jpg

Kuhmilchallergie – was hilft Ihrem Baby?

Bis zu 7 Prozent aller Säuglinge haben eine Nahrungsmittelallergie – der Großteil von ihnen reagiert mit allergischen Symptomen gegen Kuhmilcheiweiß. Zum Glück mit sehr guter Prognose.


Was ist Kuhmilchallergie?

Säuglinge leiden im ersten Lebensjahr am häufigsten an einer Kuhmilchallergie. Denn das Eiweiß aus der Kuhmilch ist gewöhnlich das erste Lebensmittelallergen, mit dem  Babys in Kontakt kommen – meist über Säuglingsanfangsnahrung, die in der Regel auf Kuhmilcheiweiß basiert. Die gute Nachricht: 85 bis 90 Prozent aller Säuglinge tolerieren Kuhmilcheiweiß innerhalb von 3 Jahren wieder vollständig.

Hat mein Baby eine Kuhmilchallergie?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Baby eine Kuhmilchallergie haben könnte, sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt. Er wird Ihnen sagen können, ob Ihr Baby tatsächlich eine Kuhmilchallergie hat. Häufig stecken harmlose Beschwerden dahinter, manchmal sind sie auch sehr schwerwiegend. Babys mit einer Allergie gegen Kuhmilcheiweiß zeigen nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten häufig Symptome wie Ekzeme und Juckreiz oder Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Durchfall, Übelkeit oder Verstopfung. Seltener werden Erbrechen oder Atemwegsprobleme beobachtet.

Diese Fragen stellt ihnen der Kinderarzt um herauszufinden, ob eine Kuhmilchallergie vorliegt

  • Hat Ihr Kind Hautprobleme wie ein Ekzem, Juckreiz, Rötungen, Dermatitis, Pickelchen?
  • Kommt es direkt nach der Nahrungsaufnahme zu Schwellungen oder akuten Hautrötungen, besonders im Gesicht?
  • Hat Ihr Baby zusätzlich Magen-Darm-Probleme  wie Verstopfung, Durchfall, Blähungen, starkes Spucken, Blut im Stuhl? Hat es oft dünnen Stuhlgang oder Durchfall?
  • Nimmt Ihr Baby zu wenig an Gewicht zu oder weigert es sich manchmal zu essen, obwohl es Hunger hat? Erbricht es nach dem Essen häufig wieder?
  • Wirkt Ihr Baby über einen längeren Zeitraum ständig müde und unzufrieden? Weint es häufig, vor allem nach der Nahrungsaufnahme?
  • Leidet Ihr Kind öfter unter Schnupfen, Husten oder Atemnot ohne Anzeichen eines Infekts?
  • Können auch gestillte Babys eine Kuhmilchallergie entwickeln?

    Muttermilch ist die beste Ernährung für Ihr Baby und der optimale Schutz vor Allergien. In seltenen Fällen entwickeln aber auch gestillte Babys eine Kuhmilchallergie. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine allergische Reaktion auf die Muttermilch selbst, sondern auf geringe Mengen an Kuhmilcheiweiß aus der Ernährung der Mutter. Denn das Kuhmilcheiweiß wird vom Baby über die Muttermilch aufgenommen. Sollten Sie also stillen und Ihr Baby gegen Kuhmilcheiweiß allergisch sein, wird das Streichen aller Milchprodukte von Ihrem Speiseplan meist für schnelle Linderung sorgen. Eine Eliminationsdiät – also das Weglassen der Nahrungsmittel, die die Allergene enthalten – sollten Sie allerdings nur mit ausführlicher Diätberatung durch geschulte Ernährungsfachkräfte oder unter ärztlicher Aufsicht umsetzen. So können Sie sicher sein, dass Sie und Ihr Baby weiterhin mit allen Nährstoffen versorgt werden.

    Eine Ernährungsumstellung bringt meist schnelle Linderung.

    Vollwertige Ersatznahrung bei Kuhmilchallergie

    Bei bestehender Kuhmilchallergie gibt es nur eine Maßnahme: Entfernen Sie intaktes Kuhmilcheiweiß bitte konsequent aus der Ernährung Ihres Babys. Sie stillen nicht? Dann wird Ihnen Ihr Kinderarzt empfehlen,  auf eine hochwertige, hypoallergene Spezialnahrung umzustellen. Wichtig ist, dass diese trotzdem die für Ihr Baby wichtigen Nährstoffe bereitstellt. Bewährt hat sich hier eine Spezialnahrung auf Basis eines extensiven Hydrolysates (eHF) oder einer Aminosäuren-Mischung (AAF).

    Verordnungsfähigkeit

    Die Kosten für Spezialnahrungen werden bei nachgewiesener Kuhmilcheiweißallergie und ärztlicher Verordnung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

    Was sind eHFs und AAFs?

    Die Eiweiße in eHFs werden durch Hydrolyse in Peptide – kleinere Bausteine eines Proteins – aufgespalten, fein gefiltert und stark erhitzt, so dass sie der Körper nicht mehr als ein Allergen erkennt. Oft hilft schon diese einfache Ernährungsumstellung Ihrem Babys relativ schnell. Sollte Ihr Kind aber immer noch allergisch reagieren, kann eine Spezialnahrung auf Basis von Aminosäuren (AAF) eingesetzt werden, bei der die einzelnen und somit noch besser verträglichen Bausteine des Proteins verwendet werden. Die Beikosteinführung erfolgt wie bei jedem anderen Baby auch, nur eben ohne Milch und Milchprodukte.

    x-default
    Aufspaltung der Proteine zu eHF oder AAF

    Wie geht es weiter?

    Meist geht die Kuhmilchallergie nach einer konsequenten Ernährungsumstellung nach einiger Zeit zurück – häufig bis zum 2. oder 3. Lebensjahr. Um zu überprüfen, ob die Allergie abgeklungen ist, ist eine erneute Provokation mit Kuhmilch nötig. Diese ist aber vor der Vollendung des ersten Lebensjahres nicht empfehlenswert. Ihr Kinderarzt wird also erst nach ungefähr 6- bis 18monatiger Diät eine Reprovokation mit Kuhmilcheiweiß bei Ihrem Kind durchführen. Treten keine allergischen Reaktionen mehr auf, kann Kuhmilch in seine Ernährung wieder eingeführt werden.

    Aptawelt Elternservice Logo

    Das könnte Sie auch interessieren