man_baby_bottlefeed_1476.jpg

Das Fläschchen richtig zubereiten und füttern

Säuglingsnahrung ist einfach zuzubereiten. Sie brauchen nur exakt den auf der Packung angegebenen Anleitungen des Herstellers zu folgen. Was Sie darüber hinaus noch beim Anrichten und Füttern des Babyfläschchens beachten sollten, lesen Sie hier.


1. Säuglingsnahrung immer frisch nach Anleitung zubereiten

Achten Sie bitte vor allem in Bezug auf die Hygiene auf eine besonders sorgfältige Zubereitung. 

Angebrochene Packungen sollten Sie gut verschließen und nicht in den Kühlschrank stellen. Wird das Pulver nicht sachgerecht gelagert oder zubereitet, können sich darin Bakterien bilden. Diese sind schädlich für die Gesundheit Ihres Babys, weil das kleine, empfindliche Magen-Darm-System viel schneller als das von Erwachsenen auf eine hohe Keimzahl in der Nahrung reagiert.

Frisches Leitungswasser eignet sich in aller Regel am besten für die Zubereitung von Säuglingsmilch aus Pulver. Drehen Sie den Wasserhahn so lange auf, bis das abgestandene Wasser aus der Leitung abgeflossen ist und frisches nachfließt. Verzichten sollten Sie auf Leitungswasser nur, wenn es in Ihrem Haus Bleileitungen gib (welche Leitungen bei Ihnen verlegt sind, können Sie vom Hauseigentümer erfahren). Bei Zweifeln über die Qualität Ihres Leitungswassers informiert Sie das Wasserwerk oder das Gesundheitsamt. Auch Trinkwasser aus Hausbrunnen sollte nur nach Prüfung der Wasserqualität verwendet werden. Sie können in diesen Fällen aber auch direkt abgepacktes Wasser, das "für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" ist, verwenden. Bitte verwenden Sie kein gefiltertes Wasser. In Wasserfiltern vermehren sich Keime besonders gut.

Wenn sich das Wasser bei Ihnen nicht eignet

Ist das Wasser in Ihrem Haus nicht geeignet, können Sie auf abgepacktes Wasser aus dem Handel zurückgreifen, das den Hinweis „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" trägt.

2. So einfach ist die Fläschchenzubereitung

Die neue SAFEBOX im Alltag mit Ihrem Baby: Hygienisch. Praktisch. Sicher.

3. Passende Sauger wählen

Flaschensauger sind in verschiedenen Formen und Größen erhältlich und die Vorlieben können von Baby zu Baby verschieden sein. Einmal an eine bestimmte Form gewöhnt, möchten sie meist auch dabei bleiben.

Welche Saugerform ist ideal?
  • Runde Sauger (symmetrisch) erinnern an die Form der Brustwarze und wurden entwickelt, damit Babys das Füttern so natürlich wie möglich erleben.
  • Kiefergerechte Sauger (anatomisch) sind an die Form der Brustwarze angepasst, welche sich während des Stillens an die kindliche Mündhöhle und die Saugmotorik anpasst.
  • Sinnvoll und praktisch sind Ventile am Sauger, die während des Trinkens dafür sorgen, dass der Druck ausgeglichen wird und sich der Sauger nicht zusammenzieht. Dadurch schluckt das Baby weniger Luft.
Welche Saugergröße sollte ich wählen?

Entsprechend dem Alter des Babys gibt es verschiedene Saugergrößen. Dabei sind die Altersangaben immer nur Empfehlungen. Entscheidend ist, dass Ihr Baby mit der Saugergröße gut zurechtkommt und sich nicht verschluckt:

  • Größe 1 für Babys von 0 bis 6 Monaten
  • Größe 2 für Säuglinge ab 6 Monaten
Was muss ich bei der Lochgröße beachten?

Die Wahl der Lochgröße richtet sich vor allem nach der Nahrung, die damit gefüttert wird. Man unterscheidet dabei nach Tee, Milch und sämiger Nahrung.

  • Pre-Nahrungen, abgepumpte Muttermilch, sowie Wasser und Tee sollten am besten mit der kleinsten Saugergröße S angeboten werden.
  • Milchnahrungen der Stufen 1 und 2 werden  idealerweise mit einem Milchsauger der Größe M gefüttert
  • Für sämigere Nahrungen, beispielsweise Nahrungen der Stufe 3 oder auch dickflüssige Spezialnahrungen (z. B. bei starkem Spucken und Aufstoßen) sind Sauger der Größe L gut geeignet

Grundsätzlich sollte sich ein Baby auch beim Trinken aus der Flasche "anstrengen", etwa wie beim Saugen an der Brust. So kann u. a. ein Verschlucken verhindert werden.

4. Gewohnte Umgebung aufsuchen

woman_baby_play_1476.jpg

Ihr Baby benötigt nicht nur ausreichend Zeit, um sich an das Fläschchen zu gewöhnen, sondern auch eine ruhige und vertraute Umgebung, in der es sich wohlfühlt. Wählen Sie für die Fläschchenmahlzeit einen gewohnten und bequemen Platz, an dem Sie für längere Zeit verweilen können. Denn es ist nicht ungewöhnlich, dass Ihr Baby während des Fläschchengebens einschläft, weil es so entspannt ist.

5. Körperliche Nähe

Die körperliche Nähe zu Ihrem Baby sollte auch beim Fläschchengeben beibehalten werden. Denn Ihr Baby ist sehr sensibel und spürt den körperlichen Unterschied schnell. Studien belegen, dass ein früher und enger Körperkontakt zu Ihrem Baby einen positiven Effekt auf die zukünftige psychologische Entwicklung und das Verhalten hat.

Schenken Sie Ihrem Baby also weiterhin die Aufmerksamkeit und die Zuneigung, die es von Anfang an gewöhnt ist. Halten Sie es beim Fläschchengeben weiterhin ganz nah an Ihrem Körper. Eltern können die Flasche auch mit einem Tuch oder Kleidungsstück umwickeln, das die Mutter zuvor auf der Haut getragen hat. So riecht die Flasche gut nach Mama.

6. Frühkindliche Reflexe anregen

Der natürliche frühkindliche Saugreflex Ihres Babys sollte wie beim Stillen auch beim Fläschchengeben stimuliert werden. Den Flaschensauger dem Kind bitte nicht direkt in den Mund geben. Ihr Baby sollte den Sauger von alleine nehmen. Sie können mit der Saugerspitze die Unterlippe Ihres Babys berühren, ähnlich wie vor dem Stillen mit der Brustwarze.  Nimmt Ihr Baby den Sauger an, sollte  die Zunge Ihres  Kindes unter dem Sauger sein, um die gewohnte und natürliche Bewegung wie beim Stillen zu begünstigen.

Wärmen Sie den Sauger der Flasche an

Manchmal hilft es auch den Sauger der Flasche etwas anzuwärmen (mit warmem Wasser) oder zunächst abgepumpte Muttermilch aus dem Fläschchen anzubieten. So muss Ihr Baby sich nicht gleich an zwei Veränderungen gewöhnen.

7. Wenn Ihr Baby etwas Milch ausspuckt

Etwas Ausspucken von Milchnahrung bedeutet nicht unbedingt, dass das Fläschchen abgelehnt wird. Denn das Trinken mit Sauger ist einfach anders als das Trinken an der Brust; dabei kann die Nahrung wieder aus dem Mund herausrinnen. Auch braucht Ihr Baby Zeit, um sich langsam an eine „neue" Milch zu gewöhnen. Versuchen Sie, geduldig zu bleiben, und legen Sie schon vor dem Füttern ein Spucktuch bereit. Dieses kann auch beim späteren Bäuerchen hilfreich sein.

Bei häufigem Spucken oder Verdauungsproblemen sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt.

8. Trinkflasche und Sauger hygienisch reinigen

Penible Sauberkeit ist unbedingt gefragt. Reinigen Sie daher bitte Fläschchen, Sauger und Ring nach jeder Mahlzeit gründlich. Milchreste ausgießen, Fläschchen kalt ausspülen und anschließend in der Spülmaschine bei 65ºC reinigen.

Beim Spülen von Hand benutzen Sie idealerweise eine Spülbürste, die Sie bitte ausschließlich zur Reinigung der Babyfläschchen nehmen. Spülen sie gründlich mit klarem Wasser nach. Wenn Sie ganz sicher gehen möchten, sterilisieren oder kochen sie Fläschchen und Sauger aus. Bewahren sie diese anschließend trocken und sauber auf.

Latex-Sauger sollten hin und wieder in einem Vaporisator sterilisiert oder aber ca. 10 Minuten in Wasser ausgekocht werden. Silikon-Sauger brauchen Sie nicht zu sterilisieren. Bitte nehmen Sie Sauger und Schnuller nicht in Ihren Mund - Sie könnten Kariesbakterien übertragen.

9. Stillen und Zufüttern – so klappt's

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Ihr Baby nicht genug trinkt oder nicht regelmäßig zunimmt und überlegen deshalb zuzufüttern, besprechen Sie dies bitte erst mit Ihrer Hebamme oder dem Kinderarzt. Sollten Sie sich dann dazu entschließen zuzufüttern, können die folgenden Tipps helfen. Wenn Sie zufüttern, sollte der Flaschensauger klein und möglichst brustähnlich geformt sein, also nicht abgeflacht. Er sollte zudem nur ein Loch besitzen, damit das Kind sich ähnlich wie an der Brust beim Saugen etwas anstrengen muss. Sonst wird das Saugen an der Flasche zu bequem und attraktiv, was zur Verweigerung der Brust („Saugverwirrung") führen kann.

Möglichst immer zuerst stillen und erst dann das Fläschchen anbieten. Beim Stillen bitte ausreichend Zeit lassen, damit nicht nur die durstlöschende Vordermilch, sondern auch die gehaltvollere Hintermilch getrunken wird. Zudem wird so die Milchbildung  stärker angeregt. Nur der kleinere Teil der  Mahlzeit sollte Flaschenmilch sein, der Hauptteil Muttermilch. Ansonst besteht die Gefahr, dass der Milchfluss zu stark zurückgeht.

Aptawelt Elternservice Logo

Das könnte Sie auch interessieren