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Neugeborenengelbsucht – kein Grund zur Sorge

Rund 60 Prozent der Säuglinge haben in den ersten Lebenstagen eine Neugeborenengelbsucht. Doch keine Sorge: Die gesunde Gesichtsfarbe kehrt in der Regel bereits in der 2. Lebenswoche zurück.


Das Wichtigste vorweg: Die Neugeborenengelbsucht ist in den meisten Fällen völlig ungefährlich und bedarf keiner Therapie. Mehr als die Hälfte aller Neugeborenen entwickeln sie am 2. oder 3. Tag nach der Geburt.

Wie wird Neugeborenengelbsucht diagnostiziert und behandelt?

Wenn Ihr Baby eine gelbliche Hautfarbe zeigt, wird der Arzt den Bilirubinwert im Blut messen. Liegt der Bilirubinwert bei 10-14 Milligramm pro Deziliter Blut, hat Ihr Baby die leichteste Form der Neugeborenengelbsucht. Eine Behandlung ist nicht erforderlich.

Liegt der Bilirubinwert zwischen 15 und 20 Milligramm pro Deziliter, erhält Ihr Baby eine Fototherapie mit blauem Licht. Diese einfachste und wirksamste Maßnahme bei Neugeborenengelbsucht wird bei etwa 50 Prozent der betroffenen Neugeborenen angewandt. Die Behandlung dauert in der Regel 1-2 Tage und ist völlig harmlos: Bestimmte Wellenlängen im blauen Bereich des Lichtes wandeln das in der Haut vorhandene Bilirubin in wasserlösliche Formen um. Diese werden dann mit dem Urin Ihres Babys ausgeschieden.

Was ist Bilirubin?

Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin, das normalerweise in der Leber verarbeitet und mit Gallenflüssigkeit ausgeschieden wird. Die Leber von Neugeborenen ist jedoch noch nicht voll funktionsfähig.

Was sind die Ursachen?

Die normale Neugeborenengelbsucht wird durch das Zusammenspiel folgender Faktoren verursacht. Die Konzentration des Gallenfarbstoffs Bilirubin kann bei Neugeborenen erhöht sein, während die Leber des Babys diese Mengen an Bilirubin aber noch nicht voll verarbeiten kann. Um den Abbau des Bilirubins im Blut bewerkstelligen zu können, muss die Leber eines Neugeborenen meist erst etwa 1-2 Wochen heranreifen.

Was können Sie als Mutter tun?

Die Neugeborenengelbsucht, auch neonatale Hyperbilirubinämie oder Icterus neonatorum genannt, ist ein häufiges und vorübergehendes Phänomen. Sie geht in den meisten Fällen von selbst vorbei. Die Rückkehr der frischen Gesichtsfarbe Ihres Babys können Sie jedoch mit einigen einfachen Maßnahmen unterstützen:

  • Häufig Stillen

Legen Sie Ihr Baby möglichst häufig und lange an. Die Milchzufuhr regt den Darm an und führt damit zu einer schnelleren Ausscheidung des Bilirubins.

  • Warm halten

Der Leberstoffwechsel wird duch Wärme angeregt. Ideal ist eine gleichbleibende Körpertemperatur von 37 Grad. Halten Sie Ihr Baby also warm, waschen und wickeln Sie es in einer molligen Umgebung.

  • Ausreichend Tageslicht

Wie bei der Phototherapie hilft auch natürliches Licht, den Abbau von Bilirubin zu unterstützen. Gehen Sie also mit Ihrem Baby spazieren, aber halten Sie es an der frischen Luft gut warm.

Gestillte Kinder sind häufig noch über die 2. oder auch 3. Lebenswoche hinaus von Neugeborenengelbsucht betroffen. Obwohl die genaue Ursache für den sogannten Stillikterus immer noch nicht bekannt ist, ist die Muttermilch selbst nicht der direkte Auslöser. Es wird daher empfohlen, weiter zu stillen, zumal diese Spätform der Neugeborenengelbsucht harmlos ist.

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