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So entwöhnen Sie ihr Baby von der Brust

Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, Ihr Baby abzustillen? Wenn Sie oder Ihr Baby dazu bereit sind. Am besten natürlich: Sie beide! Lesen Sie hier, wie das Abstillen problemlos funktioniert.


Abstillen ist das langsame Entwöhnen Ihres Babys von Ihrer Muttermilch. Es hat sich bewährt, diesen Prozess des Abschieds von der Brust Schritt für Schritt einzuleiten. Der richtige Moment dafür ist individuell verschieden und eine ganz persönliche Entscheidung, die Sie am besten mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt besprechen. Einen falschen Zeitpunkt für das Abstillen gibt es eigentlich nicht. Sie sollten dabei nur bedenken, dass Sie das Abstillen nicht rückgängig machen können. Vielleicht verschieben Sie es noch etwas, falls Ihr Baby gerade eine unruhige Phase hat, diese geht schließlich meist schnell vorbei. Und bitte lassen Sie sich nicht von Dritten sagen, wann es Zeit ist, mit dem Stillen aufzuhören. Das ist Ihre persönliche Entscheidung.

Die „Abnabelung” fällt bisweilen schwer

Manchen Müttern fällt es nicht leicht, ihr Baby loszulassen, denn beim Abstillen wird, ähnlich wie beim Abnabeln, eine weitere, ganz enge Verbindung zwischen Mutter und Kind gelöst. Es kann auch vorkommen, dass Ihr Kind etwas verunsichert reagiert. Abstillen ist aber eine wunderbare Möglichkeit, jetzt auch Ihren Partner zu integrieren, sei es beim Fläschchengeben oder beim Breilöffeln. Dies kann das Abstillen sogar erleichtern: Wenn sein Vater ihm das Fläschchen reicht, riecht Ihr Kind nicht die Muttermilch und akzeptiert die neue Nahrungsquelle möglicherweise leichter.

In der Phase des Abstillens braucht Ihr Baby besonders viel Körperkontakt.

Plötzlich und erstmals sind es nicht mehr nur Sie, die das Baby nährt. Vielleicht vermisst Ihr Kind den direkten Hautkontakt und die ausschließliche Aufmerksamkeit seiner Mutter. Nehmen Sie Ihr Baby beim Füttern mit dem Fläschchen zu jeder Mahlzeit aus dem Bett und halten Sie es – wie beim Stillen – abwechselnd im rechten und im linken Arm. Die vertraute Routine sollte so weit wie möglich beibehalten werden. Oft fällt Babys das Abstillen leichter, wenn sie in dieser Zeit auch außerhalb der Mahlzeiten ganz viel Zuwendung und Zärtlichkeit von den Eltern bekommen.

Abstillen in den ersten 4 bis 6 Monaten

In den ersten 6 Monaten ist Muttermilch als Hauptnahrungsquelle für Ihr Baby vollkommen ausreichend. Wir empfehlen Ihnen, in dieser Zeit voll zu stillen. Sollten Sie aber aus verschiedensten Gründen nicht oder nicht voll stillen, ersetzen Sie allmählich eine Brustmahlzeit durch eine Flaschenmahlzeit. Die Säuglingsanfangsnahrung sollte möglichst an der Muttermilch orientiert sein und alle wichtigen Inhaltsstoffe enthalten, insbesondere langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LCP) und Ballaststoffe. Hochwertige Säuglingsnahrungen mit dem Zusatz „Pre" (von Geburt an) oder „HA Pre" (bei Allergierisiko) erfüllen in der Regel diesen Anspruch.

Ersetzen Sie zunächst nur eine Stillmahlzeit, um Ihr Baby allmählich an das Füttern mit dem Fläschchen zu gewöhnen. Fangen Sie z. B. mit der Mittagsmahlzeit an. Die meisten Mütter ersetzen Woche für Woche jeweils eine weitere Stillmahlzeit durch ein Fläschchen mit Säuglingsanfangsnahrung. Haben Sie dabei Geduld mit sich: Bei manchen Frauen geht das Abstillen langsam, bei anderen ganz schnell. Hören Sie einfach auf Ihren Körper und setzen Sie sich nicht unter Druck.

Abstillen im Beikostalter

Wenn Sie erst nach dem 6. Monat abstillen und Ihr Baby bereits vom Löffel isst, empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Geben Sie Ihrem Baby zusätzlich zum Brei noch die Brust, am besten nach der Breimahlzeit. Manche Babys bevorzugen es auch umgekehrt. Doch achten Sie darauf, das Mengenverhältnis in Richtung „mehr Brei, weniger Milch" zu verschieben – solange, bis Sie eine komplette Stillmahlzeit durch eine Breimahlzeit von etwa 190 Gramm ersetzt haben.

Auch beim Abstillen im Beikostalter sollten Sie sich und Ihrem Baby viel Zeit lassen. Egal ob Sie die Stillmahlzeiten allmählich durch Milchmahlzeiten oder durch die erste feste Kost ersetzen – je mehr Geduld Sie haben und je behutsamer Sie vorgehen, desto leichter wird Ihrem Kind der Abschied von der Brust fallen.

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