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Vegetarische Ernährung für Kleinkinder?

Gerade die ersten 1000 Tage im Leben eines Kindes sind wichtig für eine gesunde Zukunft. Birgt eine vegetarische Ernährung im Kleinkindalter Risiken für eine gute Entwicklung?


Beim Thema „Kinder und vegetarische  Ernährung" ist unter Nicht-Vegetariern und manchen Kinderärzten schnell von Eisenmangel und allgemeiner Fehlernährung die Rede. Lange Zeit galt eine Ernährung ganz ohne Fleisch sogar als gefährlich für die Entwicklung von Babys und Kleinkindern. Heute halten die meisten Ernährungswissenschaftler und Mediziner diese Sorgen für unbegründet.

Eisenreiche vegetarische Gerichte ab dem 1. Lebensjahr

  • Müsli aus Vollkornprodukten mit Orangensaft oder Frischobst
  • Orangensaft (etwa 100 Milliliter) oder Frischobst bzw. Gemüserohkost zur Brotmahlzeit mit Vollkornbrot
  • Vollkornreis- oder Vollkornnudel-Auflauf mit Paprika (roh oder gedünstet)
  • Getreidebratling mit Kohlrabi (roh oder gedünstet).

Ernährungswissen, um Nährstoffe zu ergänzen

Elementare Voraussetzung für eine gesunde vegetarische Ernährung im Kleinkindalter ist allerdings eine ausreichende Nährstoffzufuhr.

Der einvernehmliche Duktus: Gegen die Teilnahme eines Kleinkindes an der vegetarischen Lebensweise seiner Eltern sei nichts einzuwenden, sofern diese über genügend Ernährungswissen verfügten, um fehlende Nährstoffe auf dem Speiseplan ihres Nachwuchses auszugleichen.

Kinder brauchen Eisen

Das renommierte Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund empfiehlt „einen gesunden Lebensstil zusammen mit einer ausgewogenen optimierten Mischkost". Die enthalte auch Fleisch, so Prof. Dr. Mathilde Kersting, stellvertretende Leiterin des FKE. Das FKE Dortmund statuiert aber: Die Ernährung von Kindern mit vegetarischer Familienkost sei unbedenklich, solange sie ausreichend Eisen enthalte. Für das Wachstum der Körperzellen ist Eisen ein Schlüsselfaktor und gerade in der frühkindlichen Entwicklung unabdingbar wichtig. Einige Ernährungswissenschaftler setzen daher auch eine Altersgrenze für vegetarische Ernährung an. Ihr Argument: Kinder machten zwischen 6 und 18 Monaten eine so rasante körperliche Entwicklung durch, dass fleischliche Eisenzufuhr nur schwer auszugleichen sei – deshalb solle man Fleisch-Gemüse-Brei zufüttern.

Kombinieren Sie eisenreiche Vollkornprodukte mit Vitamin C-reichen Gemüsesorten.

Für Babys und Kleinkinder ist Fleisch aber nicht nur wertvoll, da es viel Eisen liefert, sondern auch, weil dieses am besten vom  Körper verwertet wird. Nach Empfehlungen des FKE sollten vegetarisch ernährende Eltern daher eisenreiche Vollkornprodukte mit Vitamin C-reichen Gemüsen wie z. B. Paprika, Broccoli, Blumenkohl und mit Säften kombinieren. So kann eine Aufnahme von Eisen sichergestellt werden.

Skeptisch gesehen wird in Fachkreisen dagegen eine vegane Ernährung von Babys und Kleinkindern, die generell auf tierisches Eiweiß, also auch auf Milch und Milchprodukte verzichtet. Zu wichtig seien die in ihnen enthaltenen Nährstoffe für eine gesunde Entwicklung – besonders Calcium. Selbst einige grundsätzliche Befürworter halten eine solche Umstellung für schwierig: Eine gute, vollwertige vegane Ernährung für Kinder in der Entwicklung setze viel Ernährungswissen vonseiten der Eltern voraus, das oft nicht gegeben sei.

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