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Sauber werden – ohne Stress und Druck klappt's am besten

Rund um den 2. Geburtstag wird es allmählich Zeit, sich an das Töpfchen oder die Toilette zu gewöhnen. Bei diesem wichtigen Schritt in der Entwicklung Ihres Kindes können Sie es mit viel Geduld unterstützen


Das Sauberwerden gehört ebenso wie das Sprechen und Laufen lernen zu den Meilensteinen in der Entwicklung Ihres Kleinkinds. Wenn Sie Ihr Kind bei diesem wichtigen Schritt unterstützen möchten, spricht man von „Sauberkeitserziehung". Tatsächlich handelt es sich hier aber eher um eine unterstützende Begleitung, als um erzieherische Maßnahmen und Erfolgsdruck. Denn diese sind bei dem Entwicklungsprozess absolut kontraproduktiv.

Besser mit Geduld statt mit Druck

Der Schritt von der Windel zum Töpfchen ist ein Prozess, der rund 2 Jahre dauert. Bitte erwarten Sie nicht, dass es auf Anhieb klappt und üben Sie sich in Geduld. In der Regel kommen Kinder erst zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr ganz ohne Windeln aus.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Umstellung?

Die meisten Kinder wollen zwischen ihrem 2. und 3. Geburtstag von selbst aufs Töpfchen gehen. In der Regel zeigt Ihr Kind Ihnen mit folgenden Signalen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist:

  • Ihr Kind zieht sich zurück, wenn es in die Windel macht, oder wirkt sehr konzentriert
  • Es lässt sich nicht mehr gerne wickeln Ihr Kind meldet, dass seine Windel voll ist, ihm ist bewusst, dass es sich „in die Hose gemacht" hat
  • Ihr Kind zeigt Interesse an der Toilette und begleitet Sie dorthin
  • Ihr Kind drückt bei Harndrang die Beine zusammen oder hüpft nervös herum
  • Die Windel bleibt öfter mal für 2 oder 3 Stunden trocken und / oder ist nach dem Mittagsschlaf ebenfalls trocken

Diese Anzeichen zeigen, dass die Blasenmuskulatur Ihres Kindes jetzt stark genug ist, um Urin zurückzuhalten und es bereit ist, die Windel allmählich abzulegen

Rechtzeitig anfangen – aber ganz entspannt

Lassen Sie Ihr Kind ruhig schon im Alter von 1,5 oder 2 Jahren ohne Windel durch den Garten rennen. Ihr Kind wird es sicherlich lieben, im Sommer „untenrum" nackt herumzurennen und beim „Pipimachen" spielend ein direktes Körpergefühl zu entdecken. Sie können Ihrem Kleinkind auch schon öfter das Töpfchen anbieten – auch wenn es anfangs noch kein Interesse daran zeigen wird. Je mehr Zeit Sie Ihrem Kind mit dem Sauberwerden lassen und je entspannter Sie sind, desto besser. Denn oft wächst die Ungeduld der Eltern, wenn ihr Kind mit 3 Jahren in den Kindergarten gehen soll – ein langfristiges Herantasten an das Thema ist also ratsam, um Ihrem Kind diesen Stress zu ersparen.

Wussten Sie schon?

Die Fähigkeit, Blase und Darm zu kontrollieren, bildet sich erst ab 24 Monaten aus, wenn die Nervenbahnen zwischen Gehirn und Blase bzw. Darm entsprechend gereift sind.

So motivieren Sie Ihr Kind

Wie bei jedem Lernprozess ist es auch beim Sauberwerden wichtig, dass Sie Ihrem Kind immer wieder eine liebevolle Rückmeldung geben. Auf jedes „Geschäft" Ihres Kindes sollten Sie wohlwollend reagieren. Es ist wichtig, dass Ihr Kind den Ausscheidungsprozess positiv besetzt. Wenn es angelaufen kommt und stolz verkündet, was es vollbracht hat, sparen Sie bitte nicht mit Lob. Und Schimpfen, wenn ein „Unfall" passiert" ist, sollte tabu sein.

Schlafen ohne Windeln

Es wird vermutlich länger dauern, bis Ihr Kind in der Nacht keine Windeln mehr braucht. In den meisten Fällen hat es etwa bis zum 4. Geburtstag die Fähigkeit entwickelt, nachts Harndrang zu erkennen und darauf zu reagieren. Auch später kann es aber immer noch zu „Unfällen" kommen. Sie sollten sensibel darauf reagieren, sie aber auch nicht zu stark thematisieren. Die Ursachen sind häufig Nervosität oder Stress – nach diesen Phasen gibt sich das meist wieder von allein. Und früher oder später wird jedes Kind sauber - auch Ihres. Da können Sie ganz sicher sein.

 

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