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Meilensteine in der Kleinkindentwicklung

Jedes Kind entfaltet sich individuell. Dennoch können Ihnen folgende Meilensteine im 2. und 3. Lebensjahr interessante Anhaltspunkte für die Entwicklung Ihres Kindes geben.


Ungefähr um den 12. Lebensmonat beginnt eine besonders spannende Zeit: Ihr Kind lernt laufen, sprechen, begreifen. In großen und kleineren Schritten beginnt es, die Welt zu entdecken. Freuen Sie sich über die Fortschritte Ihres Nachwuchses und machen Sie sich keine Sorgen, wenn er sie in seinem ganz eigenen Tempo macht – das ist völlig normal.

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Zwischen 0 und 3 Jahren verdoppeln Babys ihre Körpergröße und vervielfachen ihr Gewicht: Nach den WHO Growth Standards 2006

1. Wachstum

Am 1. Geburtstag hat ein Kind sein Geburtsgewicht etwa verdreifacht und die Hälfte an Länge zugelegt. Im 2. Lebensjahr wächst es dann ungefähr 1 cm pro Monat und nimmt etwa 150-200 g pro Monat zu. Auch das Gehirn nimmt täglich 2 Gramm zu, es „reift" und lernt immer wieder neue Dinge. Damit der Nährstoffhaushalt Ihres Kindes mit dieser rasanten Entwicklung mithalten kann, ist eine gesunde Mischkost in dieser Phase besonders wichtig. Für den Aufbau von Knochen und Muskeln braucht Ihr Kind jetzt vor allem Calcium, Vitamin D und hochwertiges Eiweiß.

Eine ausgewogene Ernährung wirkt sich nicht nur wesentlich auf Wachstum, Entwicklung und Leistungsfähigkeit von Kindern aus, sondern beeinflusst schon jetzt ihre spätere Gesundheit als Erwachsene.

Elterninformation Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)

2. Grob- und Feinmotorik

Die meisten Kinder beginnen zwischen 11 und 17 Monaten mit dem Laufen. 90 Prozent der Kinder können mit 15 Monaten zunächst frei stehen. Nachdem Ihr Kind bestimmt schon häufiger ein paar Schritte an Ihrer Hand gewagt hat, fängt es dann mit etwa 18 Monaten an, frei zu laufen. Laufenlernen erfordert neben viel Balance und Koordination auch eine starke Muskulatur. Die Basis dafür ist wieder eine gesunde, altersgerechte Ernährung, die Energie aus qualitativ hochwertigem Eiweiß und Kohlenhydraten sowie weitere wichtige Nährstoffe liefert.

Ihr Kind will jetzt vieles ausprobieren. Unterstützen Sie es dabei liebevoll.

Im Alter von 15 Monaten können über 90 Prozent der Kinder schon einen Turm aus 2 Bauklötzen bauen. Viele Kinder möchten mit etwa 18 Monaten bei den Mahlzeiten alleine den Löffel halten. Fast alle können jetzt ein Glas sicher halten und selbstständig daraus trinken.

Handgeschicklichkeit und Feinmotorik fördern

Lassen Sie Ihr Kind viel malen und kneten, geben Sie Ihm Bausteine zum Zusammenstecken.

Es bleibt aufregend: Mit 2 Jahren wird Ihr Kleinkind sein Umfeld vielleicht schon im Laufschritt entdecken wollen – viele die Kinder bewegen sich jetzt bereits recht geschickt auf zwei Beinen. Zum 3. Geburtstag hin wird es nun auch schon einzelne Seiten seines Bilderbuchs umblättern und einen Stift korrekt halten können. Mit der Verbesserung seiner Grob- und Feinmotorik will Ihr Kind auch immer mehr Dinge alleine machen. Geben Sie ihm den Freiraum. Ermutigen Sie Ihren Nachwuchs durch Lob, wenn er etwas Neues erlernt hat, und durch liebevolle Unterstützung, wenn etwas noch ein wenig Übung braucht.

3. Sprache

Kinder beginnen zu sehr unterschiedlichen Zeiten mit dem Sprechen. Das ist ganz normal. Das erste Wort, meist „Mama" oder „Papa", sagen sie zwischen 7 und 15 Monaten, die meisten können es um den 1. Geburtstag herum. Jetzt wird Ihr Kind auch seinen eigenen Namen erkennen und auf ihn reagieren. 90 Prozent der Kinder sprechen mit 15 Monaten drei klare Wörter und 80 Prozent verfügen im Alter von 18 Monaten über einen aktiven „Wortschatz" von 6 Wörtern.

Kombination von Wörtern

Ab dem 2. Lebensjahr geht es meist ziemlich schnell voran mit der Sprachentwicklung. Bald wird Ihr Kind nicht mehr nur einzelne Begriffe, sondern schon zwei Wörter kombinieren können, um seine Wünsche auszudrücken (sogenannte "Zwei-Wort-Sätze"). Ab dem 3. Lebensjahr spricht es schon recht verständlich, hat einen recht großen Wortschatz und kann schon viele Sätze bilden. Auch einfache Kinderlieder kann es sich nun immer besser merken.

4. Sozialverhalten

Um den 1. Geburtstag herum beginn Ihr Kind, sich langsam von Ihnen abzunabeln. Es will zeitweise unabhängig sein, hat aber immer noch ein starkes Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit. Durch Ihre Liebe, das Einhalten von festen Tagesabläufen und kleine Rituale fühlt es sich sicher.

Ich-Bewusstsein und Trotzphase

Je sicherer die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind, desto lustvoller entdeckt es die Welt.

Mit etwa 1,5 Jahren entwickelt sich auch das Ich-Bewusstsein – Wörter wie „ich" und „meins" werden jetzt häufiger verwendet. Viele Kinder testen jetzt häufig den Effekt des Wortes „nein" – gerne in Kombination mit weinen, sich auf den Boden werfen und um sich schlagen. Psychologen nennen dies Trotzphase. Hier brauchen Sie vor allem Geduld und sanftes, aber konsequentes Durchsetzungsvermögen. Grenzen kennenzulernen ist für Ihr Kind jetzt hilfreich, denn klare Grenzen können ihm Halt geben.

Körperbeherrschung, Kraft und soziales Verhalten fördern

Gehen Sie so oft wie möglich mit Ihrem Kind auf den Spielplatz, wo es klettern, balancieren, schaukeln und mit anderen Kindern spielen kann.

Ab dem dritten Lebensjahr ist Ihr Kind zunehmend an der Gesellschaft Gleichaltriger interessiert, es wird jetzt vermehrt mit anderen spielen und kommunizieren. Dennoch haben viele Kinder in diesem Alter noch Trennungsängste und suchen oft die Nähe der Eltern. Lassen Sie Ihr Kind die Welt erkunden, aber bleiben Sie nach wie vor sensibel für sein großes Bedürfnis nach sicherer Rückkehr in Ihre Arme.

Ihr Kind erlernt etwas nicht so schnell, wie Sie es vielleicht bei anderen Kleinkindern im Freundeskreis sehen? Seien Sie ganz unbesorgt, jedes Kind entwickelt sich anders. Das sollte ihm auch zugestanden werden. Wenn Sie wirklich ernste Bedenken bezüglich der Entwicklung Ihres Kleinkinds haben, fragen Sie bitte Ihren Kinderarzt. Er wird Ihre Bedenken sicherlich schnell ausräumen können.

So helfen Sie Ihrem Kind dabei, Neues zu lernen

  • Bestärken Sie Ihr Kind, wenn es von sich aus etwas selbst machen möchte. Helfen Sie ihm nur bei Dingen, die es noch nicht selbst kann.
  • Loben Sie Ihr Kind, wenn es etwas neu gelernt hat, und freuen Sie sich mit ihm über kleine Fortschritte.
  • Lassen Sie Ihr Kind ruhig auch einmal enttäuscht sein. So lernt es, mit negativen Gefühlen und Erlebnissen umzugehen und sich dadurch nicht entmutigen zu lassen.
  • Wenn Ihrem Kind etwas nicht gleich gelingt, ermuntern Sie es ohne Druck zu neuen Versuchen und geben Sie ihm kleine Hilfestellungen.
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