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Geschwisterbeziehung: Eifersucht vermeiden

Tipps, wie Sie Geschwisterrivalität vorbeugen können

Ein zweites Baby: Das bedeutet nicht nur für Sie als Mutter viel Neues, sondern ebenso für Ihr erstes Kind. Auch wenn meist die Vorfreude auf das neue Geschwisterkind beim älteren Kind überwiegt, können manchmal auch rivalisierende Gefühle oder Eifersucht aufkommen und Konflikte entstehen. Während der Schwangerschaft kann es Ihrem Erstgeborenen teils schwer fallen zu verstehen, dass Sie als Mutter nicht so aktiv und voll einsatzbereit sind wie zuvor. Ist das neue Baby da, möchte Ihr älteres Kind vielleicht nur ungern die geliebte Aufmerksamkeit der Eltern teilen. Die gute Nachricht: Es gibt viele Dinge, die Sie tun können, um Ihr Kleines auf die Ankunft seines Geschwisterchens vorzubereiten und von Beginn an eine enge Geschwisterbeziehung zu fördern. Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt:


Wann soll ich meinem Kind sagen, dass ich schwanger bin?

Wenn Sie erst eine kurze Zeit schwanger sind, möchten Sie vielleicht noch nichts sagen, denn mehr als 7 Monate können sich für Ihr Kind sehr lange anfühlen. Da es die Veränderungen Ihres Körpers trotzdem irgendwann bemerken wird, ist es wahrscheinlich am besten, ihm die Neuigkeit zu überbringen, wenn Ihr Bauch sichtlich größer wird. Wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, hängt auch vom Alter Ihres Kindes ab und wann Sie weiteren Freunden und Familienmitgliedern davon erzählen und Ihre Schwangerschaft zum Gesprächsthema wird.

7 Tipps, wie Sie Ihr Kind in der Schwangerschaft einbeziehen können

Je nach Alter können sich Kinder schwer etwas vorstellen, was sie nicht direkt betrifft. Sie können Ihrem Kind helfen, indem Sie es in das Geschehen einbeziehen:

1.    Lassen Sie Ihr Kind Ihren Bauch anfassen, mit dem Geschwisterchen im Bauch reden und die Kindsbewegungen spüren.

2.    Bilderbücher können Ihrem Kind helfen, die Entwicklung des Ungeborenen zu verstehen.

3.    Zeigen Sie Ihrem Kind Fotos und Video aus seiner Zeit als Baby und reden Sie mit ihm darüber, wie es als Baby war und wie das neue Baby sein wird.

4.    Mit einer Babypuppe, um die sich Ihr Kind kümmern kann, können Sie ihm helfen, sich spielerisch auf die Bedürfnisse des zweiten Kindes vorzubereiten.

5.    Ältere Kinder können bei praktischen Vorbereitungen helfen, wie etwa Babysachen kaufen oder das Zimmer für das Geschwisterchen einrichten.

6.     Gewöhnen Sie Ihr Kind schon in der Schwangerschaft daran, mehr Zeit mit den Großeltern, Verwandten und Freunden zu verbringen – all den Menschen, die Ihnen helfen können, sobald Ihr Baby da ist.

7.    Verdeutlichen Sie ihm die Vorteile, die das Leben mit einem kleinen Bruder oder einer kleinen Schwester mit sich bringt: jemand, mit dem sie spielen und um den sie sich kümmern können wie ein Großer / eine Große und dem sie Dinge beibringen können.

7 Tipps für die Zeit nach der Geburt: so bekommt Ihr Erstgeborenes die Aufmerksamkeit, die es benötigt

Wie Sie das erste Treffen mit dem neuen Baby und die erste Zeit nach der Geburt gestalten, kann für Ihr Kind sehr wichtig sein. Wir haben für Sie ein paar Anregungen zusammengestellt, wie Sie dafür sorgen können, dass es Ihrem Kind nicht an Aufmerksamkeit fehlt, es sich nicht ausgeschlossen fühlt und das neue Baby leichter akzeptieren kann:

1.    Ihr größeres Kind kann Sie und das neue Baby entweder nach der Geburt im Krankenhaus oder im Geburtshaus besuchen. Sie können aber auch mit dem ersten Kennenlernen warten, bis Sie zu Hause in vertrauter Umgebung sind. Diese Entscheidung hängt sehr vom Alter Ihres Kindes ab und davon, wie lange Sie nach der Geburt im Krankenhaus bleiben.

2.    Versuchen Sie, Ihrem Kind beim ersten Treffen nach der Geburt ein besonderes Gefühl zu geben: Begrüßen Sie z. B. Ihr Kind mit einer großen Umarmung, während jemand anders Ihr Baby hält. Diese Momente ungeteilter Aufmerksamkeit sind jetzt sehr wichtig für Ihr Erstgeborenes.

3.    Viele Eltern stellen ihr neues Baby als jemand vor, der extra gekommen ist, um die große Schwester oder den großen Bruder zu treffen und kennenzulernen.

4.    Ihr Kind kann ein Spielzeug als Geschenk mitbringen, für das Ihr Baby noch zu klein ist und um das sich das Ältere in der Zwischenzeit kümmert – so machen Sie Ihr Kind gleichzeitig damit vertraut, Spielzeuge zu teilen.

5.    Binden Sie Ihr älteres Kind in Aktivitäten mit Ihrem neuen Baby ein, damit es nicht das Gefühl bekommt, vom neuen Familienmitglied verdrängt zu werden, z. B. kann es den Kinderwagen schieben, beim Baden helfen oder ein Geschenk für das Baby basteln.

6.    Ihr Partner, Freunde oder Familienmitglieder können in der Anfangszeit viel dazu beitragen, dass sich Ihr Kind mit der neuen Situation wohlfühlt. Als wichtige Bezugspersonen können sie ihm besonders viel Aufmerksamkeit schenken und z. B. zusammen etwas unternehmen.

7.    Zeigen Sie Ihrem Kind Ihre unveränderte Liebe und dass es in seiner neuen Rolle als Großer oder als Große einen wichtigen Beitrag zur Familie leistet. Experten raten, nicht so zu tun, als hätte sich für Ihr Kind nichts verändert. Auch wenn es anfangs schwierig ist, muss das Kind lernen, die neue Situation zu akzeptieren.1

Was tun bei Geschwisterrivalität?

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Auch wenn Sie Ihr Bestes getan haben, um Ihr Kind auf das Baby vorzubereiten, ein gewisser Grad an Geschwisterrivalität ist oft unvermeidbar und auch wichtig (mehr über Ursachen von Geschwisterrivalität finden Sie hier). Verstärken Sie das Miteinander-Konkurrieren nicht, indem Sie Ihre Kinder vergleichen. Vermeiden Sie Aussagen, wie „Guck mal, wie gut deine Schwester / dein Bruder das macht“.2 Versuchen Sie stattdessen, Ihren Blick fürs Positive zu schulen, individuelle Stärken zu loben und jedem Ihrer Kinder sein eigenes Entwicklungsmuster zuzugestehen.3 Achten Sie darauf, gerecht zu sein, aber bedenken Sie auch, dass nicht alle Ihre Kinder das Gleiche brauchen. Wenn der Streit ausartet und zu Verletzungen führen könnte, müssen Sie als Mutter natürlich einschreiten. Es ist jedoch auch wichtig, dass Kinder lernen, selbstständig Lösungen zu finden. Von dieser Konfliktkompetenz profitieren Ihre Kinder ein Leben lang.

Die Beziehung zwischen Geschwistern muss nicht schwierig sein. Manche Kinder verstehen sich von Anfang an wunderbar. Viel hängt von den Persönlichkeiten Ihrer Kinder ab, aber indem Sie Ihr Kind auf die Ankunft des Geschwisterchens vorbereiten und versuchen, richtig mit Geschwisterrivalität umzugehen, können Sie Ihren Kindern von Anfang an helfen, eine starke Beziehung aufzubauen. Davon können Sie ein Leben lang profitieren.

Fußnoten

1 Boie, K., Juul, J., Ulmen-Fernandes, C. (2016). Was tun gegen Geschwisterrivalität. [online] Süddeutsche Zeitung. Available at: http://www.sueddeutsche.de/leben/erziehungsfragen-was-tun-gegen-geschwisterrivalitaet-1.3284325 [Accessed 25/06/2018].

2 Gatterburg, A. (2014). Toll ist nicht toll. [online] Der Spiegel. Available at:

 http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelwissen/d-125077296.html [Accessed 22/06/2018].

3 Sichtermann, B. (2004). Normal ist, wenn die Fetzen fliegen. [online]. Die Zeit. Available at: https://www.zeit.de/2004/14/SM-Geschwister/komplettansicht [Accessed 25/06/2018].