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Die faszinierende Wirkung Ihrer Stimme auf Ihr Baby im Bauch

Die Sprachentwicklung von Babys beginnt bereits in der Schwangerschaft

Wenn ungeborene Babys beginnen, die Welt um sie herum zu hören, ist der wichtigste Klang für sie die Stimme ihrer Mutter. Dieser Klang wird ihnen bald vertraut sein, sie beruhigen und einen Grundstein für ihre sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung legen. Bereits während der Schwangerschaft können Sie diese faszinierende Wirkung Ihrer Stimme nutzen, um mit Ihrem Baby eine enge Verbindung aufzubauen und ihm so den bestmöglichen Start ins Leben zu geben.


So entwickelt sich der Hörsinn Ihres Babys im Bauch

 

Noch ist Ihr Baby in Ihrem Bauch, aber Ihre Stimme ist ihm bereits bestens vertraut. Schon lange kann es die akustischen Schwingungen fühlen, im letzten Schwangerschaftsdrittel kann es Sie sogar hören. Das Gehör Ihres Kindes entwickelt sich im Verlauf der Schwangerschaft schrittweise: Die Hörschnecke im Mittelohr, die für die Hörwahrnehmung verantwortlich ist, bildet sich um die 15. Schwangerschaftswoche herum aus. Ihre volle Funktion erreicht sie circa 5 Wochen später, doch die Verbindung mit dem Gehirn erfolgt erst im letzten Trimester, zwischen der 24. und 30. Schwangerschaftswoche.

Emotionale Geborgenheit während der Schwangerschaft und nach der Geburt

 

Die ersten Laute, die Ihr Baby hört, während es in Ihrem Bauch heranwächst, sind die Geräusche Ihres Körpers: das Pochen Ihres Herzens, die Atmung, die gurgelnden Geräusche Ihres Verdauungstraktes und das Rauschen Ihres Blutkreislaufs. Je weiter sich das Gehör entwickelt, desto mehr nimmt Ihr Baby auch Geräusche der Außenwelt wahr und reagiert darauf. Laute Töne können es aufschrecken – vielleicht haben Sie in solchen Situationen schon einmal unruhige Tritte gespürt. Leise, harmonische Töne hingegen lassen Ungeborene entspannt lauschen. Das Lieblingsgeräusch jeden Babys aber ist der Klang der mütterlichen Stimme. Ihre Stimme, vernommen durch die Gebärmutterwand und das Fruchtwasser, ist für Ihr Kind unverwechselbar, kann es beruhigen und ihm ein Gefühl der Geborgenheit geben. Mit Ihrer Stimme, die Ihrem Baby aus dem Mutterleib so sehr vertraut ist, werden Sie Ihr Kind trösten können, wenn es auf der Welt ist.

Papa und Geschwister nehmen Kontakt auf

 

Auch die väterliche Stimme und die Stimmen der Geschwisterkinder kann Ihr Baby schon vor der Geburt kennenlernen. Natürlich müssen diese sich etwas mehr anstrengen, um von ihm gehört zu werden. Sie sollten dem Babybauch beim Sprechen möglichst nahe sein. Das erhöht die Chance, dass Ihr Kind noch im Mutterleib die Stimmen der anderen Familienmitglieder zu unterscheiden lernt und diese auch nach der Geburt wiedererkennen kann.

Eine faszinierende Studie mit Frühgeborenen zeigte, dass diese tieferen Klängen männlicher Stimmen mehr Aufmerksamkeit schenkten als höheren Frequenzen. Man nimmt daher an, dass das Gleiche für Ungeborene im späten Schwangerschaftsstadium gilt, da sie wahrscheinlich die gleiche Gehörentwicklung wie Frühchen durchlaufen.

Vielleicht motivieren Sie Ihren Partner, dem Baby im Bauch regelmäßig etwas zu erzählen. Auf diese Weise kann er noch intensiver an der Schwangerschaft teilhaben und Sie als Paar können diese besonderen Momente gemeinsam genießen. Auch wenn das Ungeborene die Inhalte noch nicht versteht, ist es doch ein großartiges Gefühl zu wissen, dass Ihr Baby hört, zuhört und sich jetzt schon in seiner Familie geborgen fühlt.

Die Grundlagen für das Gedächtnis Ihres Babys werden gelegt

 

Mit Ihrem stetig wachsenden Bauch zu sprechen, ist nicht nur eine großartige Möglichkeit, eine enge Verbindung mit Ihrem Baby aufzubauen. Bereits im Bauch beginnt Ihr Baby zu lernen.

Zuhören prägt Ihr Baby und legt den Grundstein für seine sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung. Bereits jetzt während der Schwangerschaft beginnt es, Klänge zu verstehen und zu verarbeiten, und die Grundlage für sein Sprachgedächtnis wird gelegt. Der Klang, der dabei bei Weitem den größten Einfluss auf Ihr Baby haben wird, ist Ihre Stimme.

Studien konnten zeigen, dass Babys im Mutterleib unterschiedlich auf Hörerfahrungen reagieren, je nachdem wie oft sie bestimmte Reime oder Wortmuster hören. In einem Experiment wurde einigen Ungeborenen ein Reim nur einmal, anderen der gleiche Reim über Wochen hinweg wiederholt vorgelesen. Um die Reaktionen zu vergleichen, maß man den Herzschlag der Babys im Mutterleib. Das Ergebnis: Babys Pulsschlag sank und seine Bewegungen verlangsamten sich, sobald es die vertrauten Klänge hörte und offensichtlich wiedererkannte. Besonders erstaunlich war, dass sich die Babys im Mutterleib an wiederholt gehörte Verse und Rhythmen erinnern konnten, selbst wenn zwischen dem Vorlesen eine Zeitspanne von einigen Wochen lag oder eine andere Person das Vorlesen übernahm.

Auch nach der Geburt können Babys noch eine gewisse Zeit lang das im Mutterleib Gehörte wiedererkennen. Das eröffnet Ihnen als Mutter die Möglichkeit, die allerersten Erinnerungen Ihres Kindes zu formen und seine frühe Sprachentwicklung zu fördern: z. B. indem Sie ab dem dritten Trimester viel mit Ihrem Baby im Bauch sprechen, die gleiche Gutenachtgeschicht vorlesen oder ihm das gleiche schöne Kinderlied vorsingen. Das Beste: Papa und Geschwisterkinder können dabei mitmachen und sich dem Ungeborenen schon ganz nah fühlen.

„Der Klang, der bei Weitem den größten Einfluss auf Ihr Baby haben wird, ist Ihre Stimme.“

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Sprache ist besonders wichtig

 

Neugeborene reagieren besonders auf Sprache im Vergleich zu anderen Lauten und Geräuschen. Studien konnten zeigen, dass Neugeborene eine höhere Gehirnaktivität beim Hören von gesprochenen Wörtern aufweisen als beim Hören derselben, jedoch rückwärts abgespielten Wörter oder bei Stille. Da Babys diese Reaktion kurz nach der Geburt zeigten, wird angenommen, dass Ungeborene ähnlich auf Sprache und klangliche Muster reagieren.

In einer weiteren Studie spielten schwangere Frauen in den letzten Schwangerschaftsmonaten mehrmals in der Woche ihren Babys eine Aufzeichnung eines erfundenen Wortes vor. Nach der Geburt erkannten die Neugeborenen dieses Fantasiewort wieder, während Säuglinge, die das Wort noch nie gehört hatten, keine Reaktion zeigten. Jene Babys, denen die Aufzeichnung bekannt war, reagierten darauf, auch wenn sich die Tonhöhe oder Vokale des Wortes änderten. Die Reaktion fiel am stärksten bei jenen Babys aus, welche die Aufnahme am häufigsten gehört hatten.

Ungeborene Babys erkennen die Muster ihrer Muttersprache

 

Babys können nicht nur Wörter erkennen, die sie im Mutterleib gehört haben. Studien konnten auch zeigen, dass ungeborene Babys die Muster ihrer Muttersprache erkennen können und ihre Muttersprache anderen Sprachen, die sie noch nie gehört haben, vorziehen.

Eine Studie zeigte deutlich, dass ungeborene Babys im späten Schwangerschaftsstadium nicht nur die Stimme ihrer Mutter von der Stimme anderer Menschen unterscheiden können, sondern auch ihre Muttersprache (in diesem Fall Englisch) von einer Fremdsprache (Mandarin). Bereits vor der Geburt beginnen Babys also, Sprache zu erkennen, und machen erste zaghafte Schritte in Richtung Sprachentwicklung. 

So fördern Sie Hörsinn und Sprachentwicklung Ihres Babys während der Schwangerschaft

 

  • Versuchen Sie, jeden Tag ein paar Minuten mit Ihrem Baby zu reden oder ihm vorzusingen. Sie können sich dafür z. B. Ihr Lieblingskinderlied oder einen schönen Reim aussuchen oder ihm eine Geschichte vorlesen. Mit etwas Glück wird es sich nach der Geburt daran erinnern.
  • Nutzen Sie dieses kleine Ritual auch zu Ihrer eigenen Entspannung. Tut es Ihnen gut und haben Sie Freude daran, kann es Ihr ungeborenes Kind noch mehr genießen. 
  • Wenn Sie das Glück haben, zweisprachig zu sein, probieren Sie doch beide Sprachen aus.
  • Falls Ihnen der Sinn nicht danach steht, zu singen oder vorzulesen, ist das überhaupt nicht schlimm. Ihr Baby kennt Ihre Stimme ohnehin und das innige Band zwischen Ihnen beiden wird auch so immer stärker. Vielleicht möchten Sie in Entspannungsmomenten einfach nur Ihrer Lieblingsmusik lauschen. Alles, was Ihnen jetzt gut tut, tut auch Ihrem Baby gut. 
  • Bemerken Sie Veränderungen im Verhalten Ihres Babys, wenn es Ihnen zuhört? Denken Sie daran, dass Ihre Stimme beruhigend wirken kann, und erwarten Sie eher weniger Bewegung als mehr.
  • Ihr Partner und, falls vorhanden, Geschwisterkinder können ebenfalls aktiv werden. Achten Sie darauf, dass diese so nah wie möglich am Bauch sind, damit sie gehört werden können.
  • Sie können auch beobachten, ob Ihr Baby unterschiedliche Geräusche und Klänge – zum Beispiel Singen gegenüber Rasseln – mit verschiedenen Reaktionen beantwortet.