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Die Bedeutung Ihrer Stimme

Entdecken Sie die faszinierende Wirkung Ihrer Stimme auf Ihr Baby im Bauch

Noch ist Ihr Baby in Ihrem Bauch, aber Ihre Stimme ist ihm bereits bestens vertraut. Schon lange kann es diesen Klang fühlen, im letzten Schwangerschaftsdrittel sogar schon hören. Dabei wirken Schwingungen und Akustik Ihrer Stimme beruhigend auf Ihr ungeborenes Baby im Bauch und geben ihm ein Gefühl der Geborgenheit.



So entwickelt sich der Hörsinn Ihres Babys im Bauch

Das Gehör Ihres Kindes entwickelt sich im Verlauf der Schwangerschaft schrittweise. Die Hörschnecke im Mittelohr, die für die Hörwahrnehmung verantwortlich ist, bildet sich um die 15. Schwangerschaftswoche herum aus. Ihre volle Funktion erreicht sie circa 5 Wochen später, doch die Verbindung mit dem Gehirn erfolgt erst im letzten Trimester, zwischen der 2. und 29. Schwangerschaftswoche.1

Ihre Stimme tut Ihrem Baby gut

Die ersten Laute, die Ihr Baby hört, während es in Ihrem Bauch heranwächst, sind die Geräusche Ihres Körpers: das Pochen Ihres Herzens, die Atmung, gurgelnde Geräusche Ihres Verdauungstraktes und das Rauschen Ihres Blutkreislaufs. Je weiter sich Babys Gehör entwickelt, desto mehr nimmt es auch Geräusche der Außenwelt wahr und reagiert darauf. Laute Töne können es aufschrecken – sicherlich haben Sie in solchen Situationen schon einmal unruhige Tritte gespürt. Leise, harmonische Töne hingegen lassen Ungeborene entspannt lauschen. Das Lieblingsgeräusch eines jeden Babys aber ist der Klang der mütterlichen Stimme. Ihre Stimme, vernommen durch Gebärmutterwand und Fruchtwasser, ist für Ihr Kind unverwechselbar und vermag es am besten zu beruhigen. Mit Ihrer Stimme, die Ihrem Baby aus dem Mutterleib so sehr vertraut ist, werden Sie Ihr Kind trösten können, wenn es auf der Welt ist.

Jetzt schon die ersten Erinnerungen Ihres Kindes formen

Die Forschung hat festgestellt, dass Babys im Mutterleib unterschiedlich auf Hörerfahrungen reagieren, je nachdem wie oft sie bestimmte Kinderreime oder Wortmuster hörten. Im Experiment wurde manchen der Ungeborenen ein Reim nur einmal, anderen der gleiche Reim über Wochen hinweg wiederholt vorgelesen. Um die Reaktionen vergleichen zu können, wurde der Herzschlag der Ungeborenen im Mutterleib gemessen. Das Ergebnis: Babys Pulsschlag sank und seine Bewegungen verlangsamten sich, sobald es Vertrautes vernahm und somit offensichtlich wiedererkannte.

Besonders erstaunlich ist die Tatsache, dass sich Babys im Mutterleib an wiederholt gehörte Verse und Rhythmen erinnern können, selbst wenn zwischen dem Vorlesen eine Zeitspanne von einigen Wochen liegt und sogar, wenn eine andere Person das Vorlesen übernimmt.2

Auch nach der Geburt können Babys noch über einen gewissen Zeitraum das im Mutterleib Gehörte wiedererkennen. Das eröffnet Ihnen als Mutter die Möglichkeit, die allerersten Erinnerungen Ihres Kindes zu formen und seine frühe Sprachentwicklung positiv zu beeinflussen: Indem Sie ab dem dritten Trimester viel mit Ihrem Baby im Bauch sprechen und kommunizieren, die gleiche Gute-Nacht-Geschichte vorlesen oder wiederholt ein schönes Kinderlied vorsingen. Das Beste: Papa und Geschwister können dabei mitmachen und sich dem noch ungeborenen Baby jetzt schon ganz nah fühlen.


Papa und Geschwister nehmen Kontakt auf

Ihr Partner und die Geschwisterkinder können das Baby schon schon vor der Geburt mit dem Klang ihrer Stimmen vertraut machen. Natürlich müssen sie sich etwas mehr anstrengen, um von ihm gehört zu werden. Deshalb sollten sie dem Babybauch beim Sprechen möglichst nahe sein. Aber es eröffnet die Chance, dass Ihr Kind noch im Mutterleib lernt, die Stimmen der Familienmitglieder zu unterscheiden, und diese auch nach der Geburt wiedererkennt.

Eine faszinierende Studie mit Frühgeborenen zeigte, dass sie tieferen Klängen männlicher Stimmen mehr Aufmerksamkeit schenkten als höheren Frequenzen.3 Frühchen haben wahrscheinlich die gleiche Gehörentwicklung wie Ungeborene in den späten Schwangerschaftsstadien. 

Vielleicht motivieren Sie Ihren Partner, seinem Kind im Bauch regelmäßig etwas zu erzählen. Auf diese Weise kann er noch intensiver an der Schwangerschaft teilhaben und Sie als Paar können diese besonderen Momente gemeinsam genießen. Auch wenn das Ungeborene die Inhalte noch nicht versteht, ist es doch ein großartiges Gefühl zu wissen, dass Ihr Baby hört, zuhört und sich jetzt schon in seiner Familie geborgen fühlt. 

So gestalten Sie Wohlfühlmomente für sich und Ihr Baby

  • Suchen Sie sich Ihr Lieblingskinderlied oder einen schönen Reim aus. 
  • Versuchen Sie jeden Tag ein paar Minuten abzuschalten. Dabei können Sie Ihrem Baby das Lied vorsingen oder das kleine Gedicht vorlesen. 
  • All das ist als Entspannungsritual gedacht, an dem Sie Freude haben – denn dann kann Ihr ungeborenes Kind es auch genießen. 
  • Falls Ihnen der Sinn nicht danach steht, zu singen oder vorzulesen, ist das überhaupt nicht schlimm. Ihr Baby kennt Ihre Stimme ohnehin und das innige Band zwischen Ihnen beiden wird auch so immer stärker. Vielleicht möchten Sie in Entspannungsmomenten einfach nur Ihrer Lieblingsmusik lauschen. Alles, was Ihnen gut tut, tut auch Ihrem Baby gut. 
  • Sollten Sie es jedoch ausprobieren wollen, achten Sie auf die Veränderungen im Verhalten Ihres Babys. Sollten seine Bewegungen in Ihrem Bauch langsamer werden, empfindet es Ihre Stimme als beruhigend und die Situation als behaglich. 
  • Sie können auch beobachten, ob Ihr Baby unterschiedliche Geräusche und Klänge – zum Beispiel Singen gegenüber Rasseln – mit verschiedenen Reaktionen beantwortet.
Fußnoten

1. Graven SN, Browne JV. (2008) Auditory development in the foetus and infant. Newborn Infant Nurs Rev 2008;8(4):187-93.

 

2. Abrams RM, Gerdhart, KJ. (2000); The Fetus: The acoustic environment and physiological responses of the fetus.J Perinatol S20:316.

 

3. Lee H, White-Traut R. (2014) Physiologic responses of preterm infants to the male and female voice in the NICM. Journal Pediatr Nurs;29:e3-5.