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Wie verläuft die Geburt?

Sogenannte spontane oder natürliche Geburten lassen sich in 4 Etappen mit unterschiedlich starken Wehen einteilen. Erfahren Sie hier, wie sich Ihr Baby seinen Weg in die Welt bahnt.


1. Stadium: Eröffnungsphase

Eine Hebamme soll die Geburt schon ab den ersten Vorwehen begleiten?

Viele Frauen wünschen sich von Anfang an die Unterstützung einer Hebamme. Eine freiberufliche Hebamme kommt zu Ihnen ins Haus, sobald die Geburtswehen einsetzen – für viele Schwangere ein beruhigender Gedanke. Adressenliste über: Bund freiberuflicher Hebammen Deutschland e. V., E-Mail: bhfd@hebamme.de Tipp: Klären Sie mit der Hebamme, wie ihre Rufbereitschaft verrechnet wird. Fragen Sie bei Ihrer Kasse, ob diese die Kosten übernimmt.

Dass Ihr Baby jetzt bald zur Welt kommen will, kündigt sich durch Vorwehen oder „Übungswehen" an, die sich über Tage hinziehen können. Sie können sich wie Rückenschmerzen anfühlen oder ein Zwicken im Unterbauch, Krämpfe, leichte Kontraktionen sein.

Die Eröffnungsphase – der tatsächliche Geburtsprozess – beginnt dann mit Wehen, die in einem Abstand von 5-10 Minuten kommen und mindestens eine Minute lang andauern.

Wie Sie erkennen, dass es sich um Geburtswehen handelt
  • Dauern die Wehen zwischen 30 und 60 Sekunden? Kommen Sie dabei aus der Puste, wie beim Treppensteigen, haben Sie das Bedürfnis, laut auszuatmen? Das sind Zeichen dafür, dass es losgeht.
  • Wenn Sie sich unsicher sind, ob es sich noch um Vorwehen handelt, sollten Sie ein warmes Bad nehmen oder eine Wärmflasche auf den Bauch legen. Vorwehen werden im Warmen milder, echte Wehen stärker.
  • Meist setzen die Wehen unmittelbar mit dem Blasensprung – der Öffnung der Fruchtblase – ein. Oft tröpfelt es nur ein bisschen. Aber sobald Fruchtwasser abgeht, hat die Geburt begonnen.
  • Bei etwa 25 Prozent der Schwangeren zeigt sich der Geburtsbeginn mit einer leichten Blutung: Der Schleimpfropfen, der den Muttermund verschlossen hat, löst sich und geht ab. In den meisten Fällen setzen spätestens 1 bis 2 Tage danach die Wehen ein.

Jetzt ist der große Augenblick da: Sie können Ihren Klinikkoffer greifen und ins Krankenhaus aufbrechen. Am Ende der Eröffnungsphase hat sich der Muttermund auf 7-8 Zentimeter geöffnet.

Was tun bei vorzeitigem Blasensprung?

Im unwahrscheinlichen Fall, dass Sie schon vor den Wehen alles Fruchtwasser auf einmal verlieren: Legen Sie sich flach hin und lassen Sie sich von einem Rettungswagen liegend ins Krankenhaus bringen.Keine Sorge: Keine Gefahr eines Nabelschnurvorfalls (Nabelschnur legt sich zwischen Kind und Geburtskanal) besteht, wenn das Fruchtwasser nur tröpfelt.

2. Stadium: Übergangsphase

Als Übergangsphase bezeichnet man den letzten Abschnitt der Eröffnungsphase, in dem sich der Muttermund um die letzten 2 der notwendigen 10 cm weitet. In dieser Phase ist die Unterstützung der Hebamme und des Partners oder der Begleitperson besonders wichtig.

Die Wehen kommen nun regelmäßig alle 3 Minuten. Sie sind sehr stark, denn sie müssen dafür sorgen, dass sich das Kind tiefer ins Becken schiebt und sich in „Startposition" dreht. Viele Frauen empfinden diese Phase als die unangenehmste und verlangen oft nach einem Schmerzmittel.

Die Hebamme hilft beim Atmen und beim Pressen.

Wichtig ist jetzt, sich auf die Atmung zu konzentrieren: Bei jeder Welle tief einzuatmen und die Luft auch wieder auszustoßen. Das lockert die Gebärmuskulatur und mindert so den Schmerz.

Am Ende der Übergangsphase hat sich der Muttermund auf ungefähr 10 Zentimeter im Durchmesser geöffnet. Das Baby ist nun am Beckenboden angekommen und rutscht in den Geburtskanal.

Dann ist es endlich soweit: Die Presswehen beginnen – und mit ihnen die spannendste Phase: Ihr Baby kommt.

Was bei der Geburt die Schmerzen lindert

Periduralanästhesie

Ein dünner Schlauch im Wirbelkanal gibt ein lokales Betäubungsmittel ab, das den Schmerz auf ein erträgliches Maß schwinden lässt - und dies bei 96 Prozent der Frauen.

Spinalanästhesie

Eine Spritze in den Wirbelkanal bringt rasche Schmerzerleichterung. Diese Methode wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Geburt schon sehr weit fortgeschritten und besonders anstrengend ist. Mitunter wird sie auch mit der PDA gekoppelt.

Opiate

In der Eröffnungsphase der Geburt werden mitunter Opiate, also Verwandte des Morphiums, in das Gesäß gespritzt. Sie wirken schmerzstillend und beruhigend und können dazu beitragen, dass sich der Muttermund schneller öffnet.

3. Stadium: Austreibungsphase (Pressphase)

Starke Wehen im Abstand von 2 bis 3 Minuten, ohne wirklich wahrnehmbare Pausen, sind ein Zeichen dafür, dass die Austreibungsphase beginnt. Das Baby ist nun auf dem Beckenboden angekommen, sein Kopf dreht sich in den Geburtskanal und drückt dabei extrem auf den Darm. Sie werden den Drang verspüren, mitzupressen. Die sogenannten Presswehen helfen dabei, das Köpfchen aus dem Geburtskanal nach draußen zu schieben.

Wenn der Kopf draußen ist, dauert es nur noch einen kleinen Augenblick, dann folgen die Schultern und der restliche kleine Körper, oft noch mit einem Schwall Fruchtwasser. Sobald das Kind zu atmen beginnt, wird es abgenabelt und auf Ihren Bauch gelegt. Ihr Baby ist geboren!

4. Stadium: Nachgeburtsphase

Kurze Zeit nach der Entbindung setzen die Nachgeburtswehen ein. Weitere Kontraktionen ziehen die Gebärmutter zusammen, sodass sich der Mutterkuchen (Plazenta) von der Gebärmutterwand löst. Zusammen mit den Eihäuten, die die Hülle für das Fruchtwasser gebildet haben, und dem Rest der Nabelschnur wird er durch den Geburtskanal geschoben. Dort nimmt die Hebamme den Mutterkuchen in Empfang und überprüft ihn auf seine Vollständigkeit (übrigens ist es in Deutschland gar nicht mehr ungewöhnlich, dass Eltern die Plazenta mit nach Hause nehmen und nach alter  europäischer Tradition darauf ein "Lebensbäumchen" pflanzen).

Dann kommt ein krönender Moment: Wahrscheinlich bekommen Sie Ihr Neugeborenes schon in den ersten 30 Minuten nach der Geburt zum ersten Stillen angelegt. Durch den Geburtsstress sind Neugeborene in dieser Zeit nämlich besonders wach und der Saugreflex ist jetzt am stärksten. Das frühe Anlegen fördert die Milchproduktion und das "Einschießen" der Milch.

Das Wochenbett ist für Ihre Erholung von der Geburt da.

Die meisten jungen Mütter bleiben nach der Geburt für ein paar Tage im Krankenhaus. Das Wochenbett ist als Auszeit für Sie gedacht, um sich von den Strapazen zu erholen und eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen. Das Klinikpersonal wird Ihnen viele nützliche Tipps sowie wichtige Informationen rund um Ihr Baby und die nun bevorstehende Zeit geben. Genießen Sie diese erste Woche voller neuer Erfahrungen und Erlebnisse mit Ihrem Baby.

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