couple bed 4.jpg

Rundum wohlfühlen

Die hormonelle Veränderung während der Schwangerschaft bringt viele körperliche Veränderungen mit sich. Mit der richtigen Haarpflege, Hautpflege und Zahnpflege können Sie Ihren Körper unterstützen.


Mit dem Beginn der Schwangerschaft bereitet sich Ihr Körper auf die Bedürfnisse des Embryos und auf die Geburt vor. Er produziert vermehrt die Schwangerschaftshormone Progesteron, Östrogen und das Hormon HCG, die für eine Veränderung des Energiestoffwechsels sorgen. Vor allem bei den Haaren, der Haut und den Zähnen kann es deshalb zu sichtbaren Veränderungen kommen.

Doch das ist kein Grund zur Beunruhigung. Denn nicht jede körperliche Veränderung während der Schwangerschaft ist negativ. Im Gegenteil: Vielen schwangeren Frauen bekommt die Schwangerschaft sichtlich gut. Beispielsweise kann sich Ihr Hautbild verbessern – oder Ihre Haare werden glänzend. Mit der richtigen Pflege können Sie Ihren Körper in der Zeit der Veränderung außerdem unterstützen.

Haarpflege

Haar und Haarpflege bereiten den wenigsten Schwangeren Probleme. Durch die erhöhte Östrogenausschüttung werden die Haare während der Schwangerschaft meist besonders schön und füllig. Das Östrogen sorgt zudem für eine längere Lebensdauer – und oft wächst das Haar in dieser Zeit sogar schneller. Außerdem fetten die Haare meist nicht so schnell.

Nur bei wenigen Frauen wird das Haar während der Schwangerschaft fettiger oder leblos. In diesem Fall können Sie die Haare mit einem milden Shampoo pflegen. Sollten Sie zu Haarbruch, Spliss oder trockenen Haaren neigen, können Sie ganz einfach auf Pflegeprodukte für trockenes oder strapaziertes Haar zurückgreifen. Gönnen Sie Ihrem Haar in diesem Fall außerdem eine regelmäßige Haarkur, um ihm mehr Fülle und Glanz zu verleihen.

Schwangere, die ihre Haare färben möchten, sollten zumindest im ersten Drittel der Schwangerschaft auf chemische Haarfärbemittel verzichten. Zwar konnte bislang keine negative Auswirkung auf das Kind nachgewiesen werden. Verzichten Sie vorsichtshalber dennoch auf das Färben der Haare – oder greifen Sie alternativ auf Naturprodukte zurück.

Nach der Geburt kann sich der Zustand der Haare durch das Absinken des Östrogenspiegels vorübergehend verschlechtern – die Haare können weniger werden. Doch auch das ist kein Anlass zur Sorge: Nach wenigen Monaten normalisiert sich das Haarwachstum wieder.

Hautpflege

Der Östrogenschub während der Schwangerschaft kann zu verschiedenen Hautveränderungen führen. Durch das erhöhte Blutvolumen im Körper bekommen viele Frauen einen zarten, vitaleren Teint sowie straffere und glattere Haut. Das Gewebe an Brust, Bauch und Schenkeln dehnt sich, während der Babybauch und die Brust an Umfang zulegen. Ob sich Dehnungsstreifen (siehe nächstes Kapitel) bilden – auch „Schwangerschaftsstreifen" genannt –, hängt dabei von der Elastizität Ihres Bindegewebes ab – und die ist bei jeder Frau unterschiedlich.

Zudem kommt es während der Schwangerschaft manchmal zu Juckreiz, trockener Haut und Pickeln. Grund ist der erhöhte Östrogenspiegel, der die Aktivität der Talgdrüsen drosselt. Cremen Sie sich bei juckender Haut mit einer parfümfreien Lotion ein – sie spendet der gereizten Haut Feuchtigkeit. Gegen den Juckreiz helfen ebenfalls Bäder mit Lavendel-, Mandel- oder Jojobaöl im Badewasser. Sollten Sie unter trockener Haut leiden, helfen wöchentliche Gesichtsmasken aus Früchten und Gemüse. Bei Pickeln kann auch der Saft einer Zitrone Abhilfe schaffen: Ihre Fruchtsäure tötet Bakterien ab, die ätherischen Öle straffen das Gewebe. Optimal für die Reinigung trockener oder unreiner Haut sind außerdem Reinigungsgele oder ph-neutrale, milde Gesichtsseifen. Sie enthalten rückfettende Stoffe, die helfen, den natürlichen Schutzmantel Ihrer Haut zu erhalten. Bei anhaltenden Problemen mit Ihrer Haut, kann Ihnen Ihr Hautarzt weiterhelfen.

Dehnungsstreifen

Zu den sichtbaren Erscheinungen während der Schwangerschaft gehören die Schwangerschafts- bzw. Dehnungsstreifen. Sie können durch die starke Dehnung des Gewebes in der Unterhaut entstehen. Ihre Färbung erhalten sie durch Blutgefäße, die durch die Haut hindurch scheinen. Diese Streifen treten vermehrt an Stellen wie Bauch, Hüften, Brüsten und Gesäß auf. Ob und wie stark sie bei Ihnen auftreten, hängt von Ihrer persönlichen Veranlagung ab.

Mit ein paar Maßnahmen jedoch lässt sich das Gewebe elastisch halten und die Durchblutung fördern. Massieren Sie die Haut von Bauch, Oberschenkeln, Brüsten und Gesäß zwei bis drei Mal täglich mit einem hochwertigen Schwangerschaftspflegeöl ein. Auch das tägliche Bürsten der Haut mit einem Massagehandschuh sowie ein ein- bis zweimaliges Körperpeeling pro Woche stärken die Haut. Beginnen Sie mit diesen Pflegemaßnahmen ruhig schon zu Beginn Ihrer Schwangerschaft.

Unsere Tipps zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen

Ganz ausschließen lassen sich Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft leider nicht. Aber kein Sorge: Je früher sie mit der Pflege starten, desto höher sind Ihre Erfolgschancen.

  • Versorgen Sie Ihren Körper täglich mit ausreichend Flüssigkeit – das hilft, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren.
  • Ernähren Sie sich gesund: Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse, pasteurisierte oder ultrahocherhitze Milchprodukte, wenig Fleisch, dafür aber viel Fisch.
  • Beginnen Sie den Tag mit einer Wechseldusche – das durchblutet die Haut.
  • Gönnen Sie Ihrer Haut die Pflege, die sie braucht, um elastisch zu bleiben. Doch beachten Sie: Durch den erhöhten Östrogen-Spiegel verändert sich Ihre Haut und benötigt evtl. andere Pflegestoffe als vor Ihrer Schwangerschaft. In Betracht kommen leichte Feuchtigkeitscremes oder auch cremige Öle – am besten frei von Parfüm und Konservierungsstoffen.
  • Auch „Zupfmassagen" sind hilfreich. Dabei wird die Haut vorsichtig Stück für Stück mit zwei Fingern zwischen Daumen und Zeigefinger hochgezogen und gerollt. Nehmen Sie dazu etwas Pflege-Öl.
  • Sport fördert die Durchblutung und hält das Bindegewebe straff. Auf Hochleistungssport sollten Sie aber in jedem Fall verzichten.

Verfärbungen der Haut

Während der Schwangerschaft regen die Hormone Östrogen und Progesteron die Hautzellen im Gesicht an, mehr Pigmente zu bilden. Da nicht alle Zellen die gleiche Anzahl an Pigmenten bilden, können auf Hals, Nase und Wangen Pigmentansammlungen – sogenannte Chloasma oder „Mutterflecken" – auftreten. Zu diesen harmlosen braunen Flecken neigen vor allem Frauen mit dunkler Haut. Diese Flecken verschwinden wenige Wochen nach der Geburt wieder, ohne dass Sie etwas dafür tun müssen. Auch am Körper können während der Schwangerschaft verstärkt Pigmentansammlungen auftreten.

Dunkle Flecken können aber auch eine Antwort der Haut auf Sonnenbäder oder Solarien sein. Am besten, Sie vermeiden während der Schwangerschaft ausgiebiges Bräunen in Solarien – nicht zuletzt, da die Auswirkung künstlicher UV-Strahlung auf Schwangere nicht hinreichend geklärt ist. Auf ausgedehnte Spaziergänge an der Sonne müssen Sie deswegen nicht verzichten. Greifen Sie dabei auf einen Sonnenschutz mit ausreichendem Lichtschutzfaktor zurück.

Auch die Brustwarzen verändern sich während der Schwangerschaft: Häufig werden sie nicht nur größer, sondern auch dunkler. Um die 15. Schwangerschaftswoche herum bemerken manche Schwangere außerdem einen dunklen Streifen auf ihrem Bauch, der sich vom Nabel bis hin zum Schambein zieht. Diese sogenannte Linea Negra (lat. „dunkle Linie") ist eine Pigmentstörung und absolut ungefährlich.

Durch die erhöhte Melaninproduktion während der Schwangerschaft können sich neben neuen Sommersprossen auch neue Muttermale bilden. Muttermale sind an sich gutartig, jedoch können sich auch während der Schwangerschaft gutartige Male zu bösartigen entwickeln. Kontrollieren Sie Ihre Muttermale sorgfältig und suchen Sie im Zweifelsfall Ihren Hautarzt auf.

Zahnpflege

In der Schwangerschaft verändert Ihr Körper seinen Hormonhaushalt. Er produziert dabei plazentare Hormone (HCG, HPL, Östrogene, Progesteron) sowie mütterliche Hormone (Prolaktin, FSH, LH, Oxytocin, Vasopressin, Schilddrüsenhormone, Cortison und Cortisol, Aldosteron, Parathormon). Diese Hormonumstellung macht sich auch im Mund und an den Zähnen bemerkbar. Das Zahnfleisch wird besser durchblutet und neigt stärker zu Zahnfleischbluten. Der pH-Wert des Speichels ist nun saurer als gewöhnlich – insbesondere bei häufigerem Erbrechen in der Frühschwangerschaft. Bakterien können sich dadurch leichter vermehren. Deshalb ist es während der Schwangerschaft ganz besonders wichtig, auf die Mundhygiene zu achten.

Reinigen Sie nach jedem Essen gründlich die Zähne – auch mit Zahnseide. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt – alle drei Monate – sind ebenfalls sehr wichtig. Erzählen Sie Ihrem Zahnarzt von der Schwangerschaft. Nur so können Behandlungen vermieden werden, die für das Ungeborene schädlich sein könnten. Größere Behandlungen sollten generell auf die Zeit nach der Geburt Ihres Babys verschoben werden.

Gegen das Zahnfleischbluten können leichte Massagen mit einer weichen Bürste helfen. Spülungen oder Getränke mit Salbei oder Kamille wirken Entzündungen entgegen und desinfizieren den Mundraum. Versuchen Sie, während der Schwangerschaft auf süße Speisen zu verzichten und sorgen Sie für eine ausgewogene und kalziumreiche Ernährung.

Auch wenn manche Veränderungen unangenehm sein mögen: Nach der Schwangerschaft können Sie sich bald wieder Ihrer alten Form erfreuen: Der Hormonhaushalt wird wieder umgestellt und die schwangerschaftsbedingten Veränderungen bilden sich in der Regel zurück.

Tipp: Nach dem Erbrechen nicht sofort Zähneputzen!

Da die Magensäure den Zahnschmelz kurzfristig oberflächlich aufweicht, könnte das Zähneputzen im direkten Anschluss an das Erbrechen Ihren Zahnschmelz schädigen. Sollten Sie sich während Ihrer Schwangerschaft übergeben müssen, warten Sie lieber mit dem Zähneputzen und benutzen Sie zunächst nur eine Mundspüllösung. Nach einer halben Stunde können Sie wieder ganz normal Ihre Zähne mit einer handelsüblichen Zahnbürste und Zahnpasta reinigen.

aptawelt_eltenservice.png

Das könnte Sie auch interessieren