woman asleep 2.jpg

Tipps gegen Schwangerschaftsbeschwerden

Häufiger Harndrang, Schmerzen im Kreuz oder Sodbrennen? Erfahren Sie, was Schwangerschaftsbeschwerden auslöst, wie Sie sie lindern können und wann Sie sich doch besser mit Ihrem Arzt besprechen sollten.


Übelkeit

Übelkeit zählt zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Als Auslöser vermuten Wissenschaftler einen hohen Spiegel des Schwangerschaftshormons HCG (Human Choriongonadotropin). Der veränderte Hormonhaushalt hat auch Auswirkungen auf das Geruchs- und Geschmacksempfinden. Jetzt können Lebensmittel, die vorher gerne gegessen wurden ein Gefühl des Ekels auslösen und zu Übelkeit oder gar Erbrechen führen. Denn manche Gerüche wie Kaffee, Tee oder Parfum werden jetzt stärker wahrgenommen. Wie intensiv die Schwangerschaftsübelkeit ausfällt und wie lange sie andauert, ist individuell unterschiedlich. In den meisten Fällen legt sie sich jedoch nach dem ersten Trimester.

 

Übelkeit ist in der Frühschwangerschaft normal

Viele Frauen leiden in der Frühschwangerschaft unter starker Übelkeit. Der Auslöser hierfür kann ein hoher Spiegel des Schwangerschaftshormons HCG (Human Choriongonadotropin) sein, der nach dem 3. Monat wieder abfällt. Bei 30 Prozent der Schwangeren kommt zur Übelkeit noch Erbrechen dazu – manche müssen sich sogar mehrmals täglich übergeben. Ein Trost für alle, die unter Übelkeit leiden: Sie gilt als gutes Zeichen dafür, dass die Schwangerschaft stabil ist. 

Das könnte Ihnen helfen:

  • Stellen Sie sich abends eine Thermosflasche mit Kräutertee sowie Knäckebrot, Zwieback oder eine Banane ans Bett, damit Sie morgens, noch im Bett sitzend etwas zu sich nehmen können.
  • Mit kleinen Portionen, über den Tag verteilt, entlasten Sie Ihren Magen und halten den Blutzuckerspiegel oben. Bewährt hat sich außerdem das Naschen von Trockenfrüchten.
  • Viel trinken! Am besten Wasser, Saftschorlen, Früchte- oder Kräutertees.
  • Morgendliche Wechselduschen bringen den Kreislauf in Schwung: Zunächst 2 - 3 Minuten mit warmem Wasser, anschließend 10 - 15 Sekunden eiskalt abduschen. Das Ganze am besten zweimal wiederholen.  
  • Versuchen Sie, sich trotz Übelkeit ausgewogen zu ernähren.
  • Wenn Ihnen die Übelkeit sehr zu schaffen macht und Sie sich häufiger übergeben müssen, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

Sodbrennen

Das Brennen hinter dem Brustbein entsteht, wenn Magensäure aufgrund des hormonell bedingt trägeren Magenschließmuskels zurück in die Speiseröhre fließt. Außerdem fordert die Gebärmutter zunehmend mehr Raum und drückt den Magen nach oben.

Das könnte Ihnen helfen:

  • Mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt essen. Dann hat Ihr Magen weniger zu tun und es bildet sich nicht so viel Magensäure. 
  • Die letzte Mahlzeit mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen einnehmen, denn beim Liegen hat die Magensäure es besonders leicht, in der Speiseröhre aufzusteigen. Den Oberkörper im Bett mit einem zusätzlichen Kissen hochlagern. 
  • Bereiten Sie die Speisen fettarm zu und würzen Sie nur mild; scharfe und fettige Speisen reizen die Speiseröhre zusätzlich. 
  • Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke nur ab und zu trinken – sie erhöhen die Säureproduktion im Magen. Und so wohltuend Pfefferminztee bei anderen Beschwerden auch sein mag, Sodbrennen wird durch ihn leider oft noch verstärkt, da Pfefferminze die Schließkraft des Magenschließmuskels entspannt. Deshalb sollten Sie ihn besser nur ab und zu genießen. 
  • Nüsse, z. B. Mandeln oder Haselnüsse, und auch Milch sollen helfen, die Magensäure zu neutralisieren. 

Rückenschmerzen

Kaum eine werdende Mutter bleibt von Rückenschmerzen verschont. Sie treten besonders in den letzten Wochen vor der Entbindung auf, denn das Gewicht belastet zunehmend die Muskeln und Bänder des Rückens.

Das könnte Ihnen helfen:

  • Gönnen Sie sich Ruhe.
  • Probieren Sie beim Einschlafen die Seitenlage – das entlastet den Rücken.
  • Sport: Schwangerschaftsgymnastik und Schwimmen, vor allem Rückenschwimmen, denn es lockert Verspannungen und stärkt die Muskulatur. Oder probieren Sie es mit Schwangerschafts-Yoga. Yoga  entspannt, dehnt und kräftigt die Muskeln, kann Schmerzen im Rücken und in den Gelenken lindern und sogar eine gute Vorbereitung auf die Geburt sein.
  • Akupunktur kann die Rückenschmerzen sanft lindern, ohne dass Mutter und Kind mit Medikamenten belastet werden.
  • Keine hohen Absätze tragen.
  • Bei sitzender Tätigkeit bewährt sich oft ein ergonomischer Stuhl.
  • Informieren Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt, wenn die Rückenschmerzen von Blutungen (auch ganz leichten) begleitet werden, beim Wasserlassen ein Brennen auftritt oder sich die Kreuzschmerzen wie Regelschmerzen anfühlen.

Schlaflosigkeit

Viele Schwangere wälzen sich nachts schlaflos hin und her. Eventuell ist das Baby gerade munter oder der Bauch stört beim Einschlafen. Vielleicht sorgen aber auch Rückenschmerzen, Wadenkrämpfe oder seelische Anspannung für Schlafprobleme.

Das könnte Ihnen helfen:

  • Stützen Sie beim Liegen auf der Seite Ihren Bauch mit einem Stillkissen ab. 
  • Legen Sie sich zusätzlich ein Kissen zwischen Ihre Knie. 
  • Verzichten Sie auf schwarzen Tee oder Kaffee. 
  • Nur ein leichtes Abendbrot einnehmen. 
  • Aufregende Filme oder Bücher vor dem Einschlafen meiden. 
  • Oft hilft ein Spaziergang oder ein Bad am Abend. 
  • Ein Glas warme Milch oder ein Kräutertee kann das Einschlafen erleichtern. 
  • Versuchen Sie es mit Entspannungsübungen aus der Geburtsvorbereitung. 

Kurzatmigkeit

Hormonumstellung und erhöhtes Blutvolumen belasten das Herz, was bei vielen Schwangeren zu Kurzatmigkeit und Herzrasen führt. Oder das wachsende Baby drückt von unten gegen das Zwerchfell und damit auch gegen die Lunge.

Das könnte Ihnen helfen:

  • Gönnen Sie sich so viel Ruhe wie möglich. 
  • Öfter Verschnaufpausen einlegen.
  • Vermeiden Sie schweres Tragen. 
  • Beim Heben lieber in die Hocke gehen. 
  • Bei weiteren Symptomen, wie starke Nervosität oder Unruhezustände, besprechen Sie sich mit Ihrem Arzt. 

Nehmen Sie Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Arzt

Wussten Sie, dass in den ersten 100 Tagen der Schwangerschaft die Organe des Babys und seine Gliedmaßen angelegt werden? In dieser Zeit können unkontrolliert eingenommene Arzneimittel besonders schädlich sein. Auch wenn Ihnen Ihre Schwangerschaftsbeschwerden sehr zu schaffen machen – bitte nehmen Sie Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein.

Beinschwellungen

Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme, sind typische Beschwerden in der Schwangerschaft. Doch solange Ihr Arzt normale Blutdruck-, Nieren- und Gewichtswerte feststellt, besteht kein Grund zur Sorge.

Das könnte Ihnen helfen:

  • Lagern Sie tagsüber möglichst oft die Beine hoch.
  • Stellen Sie beim Sitzen die Beine nebeneinander.
  • Ein kühles Fußbad kann Linderung bringen.
  • Tragen Sie flache, weite Schuhe.
  • Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn sich die Schwellungen plötzlich massiv ausdehnen und begleitet sind von Bauchschmerzen und/oder Kopfschmerzen.

 

Krampfadern

Die Gebärmutter drückt auf die Beinvenen und kann den Abfluss des Blutes behindern. Hinzu kommt, dass sich die Venen durch die Schwangerschaftshormone weiten.

Das könnte Ihnen helfen:

  • Halten Sie Steh- und Sitzzeiten möglichst kurz. 
  • Bewegung tut gut, z. B. Radfahren oder Spazierengehen. 
  • Lagern Sie im Bett Ihre Beine höher als das Herz. 
  • Tragen Sie bequeme Schuhe. 
  • Verzichten Sie auf Saunabesuche und warme Bäder. 
  • Probieren Sie Stützstrümpfe oder -strumpfhosen. 

Wadenkrämpfe

Wadenkrämpfe sind meist ein Anzeichen für Magnesiummangel. Am schnellsten löst sich ein Krampf durch Gehen, Dehnen oder leichtes Aufstampfen auf den Boden.

Das könnte Ihnen helfen:

  • Grünes Gemüse und Sonnenblumenkerne liefern Magnesium. 
  • Wählen Sie bei Brot, Nudeln und Reis die Vollkornvariante. 
  • Bevorzugen Sie Mineralwasser mit mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter. 
  • Eventuell empfiehlt Ihnen Ihr Arzt ein Magnesiumpräparat. 

Verstopfung und Verdauungsbeschwerden

Verstopfung gehört zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden, denn sowohl der Druck der Gebärmutter auf den Darmausgang als auch die hormonelle Umstellung können den Darm verlangsamen.

Das könnte Ihnen helfen:

  • Ballaststoffreich essen, z. B. Müsli, Vollkornprodukte, Gemüse, und sich ausreichend bewegen. 
  • Die Menge an Vollkornprodukten am besten langsam steigern, um den trägen Darm nicht zu überfordern. 
  • Leinsamen, Weizen- oder Haferkleie in Joghurt einrühren. 
  • Viel trinken. 

Häufiger Harndrang

Bereits in der Frühschwangerschaft bemerken die meisten Frauen, dass sie viel öfter zur Toilette müssen. Das Hormon Progesteron, das jetzt vermehrt produziert wird, hat eine entspannende Wirkung auf die Blasenmuskulatur und die insgesamt verstärkte Durchblutung regt die Nierentätigkeit an, so dass mehr Urin produziert wird.

Das könnte Ihnen helfen:

  • Ihr Flüssigkeitsbedarf ist jetzt erhöht, deshalb reduzieren Sie Ihre tägliche Trinkmenge bitte nicht. Für erholsame Nachtruhe versuchen Sie, die empfohlene Flüssigkeitsmenge bereits im Laufe des Nachmittags zu bewältigen. 
  • Beckenbodenübungen aus der Geburtsvorbereitung trainieren die innere Muskulatur für die Geburt und die Zeit danach. Diese gezielten Übungen können Blasenschwäche oder Harninkontinenz vor und nach der Geburt vorbeugen. 
  • Wenn Schmerzen in der Lendengegend oder der Harnröhre, Frösteln oder Fieber hinzukommen, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt. 

So individuell wie jede Frau ist, so bringt auch jede Schwangerschaft ihre individuellen Beschwerden mit sich. Die hier genannten sind schwangerschaftstypisch und kein Grund zur Sorge. Da Sie aber natürlich auch unabhängig von Ihrer Schwangerschaft einmal krank werden können, ist es ratsam, bei den folgenden Anzeichen zum Arzt zu gehen:

  • Anhaltende Kopfschmerzen mit Übelkeit 
  • Blutungen 
  • Brechattacken 
  • Gebärmutterkrämpfe (fühlen sich wie Regelschmerzen an) 
  • Herzrhythmusstörungen 
  • Juckender Ausfluss 
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen 
  • Sehstörungen 
  • Starke Rückenschmerzen 
  • Unruhezustände
aptawelt_eltenservice.png

Das könnte Sie auch interessieren