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Die Zusammensetzung & Aufgaben im Detail

Muttermilch ist die beste Ernährung für Ihr Baby und leistet enorm viel für seine gesunde Entwicklung. Ihr Geheimnis ist ihre geniale und einzigartige Zusammensetzung.

Stillen ist das Beste für Ihr Baby, denn die von der Natur ausgedachte Rezeptur der Muttermilch ist nach wie vor unübertroffen. Sie passt sich in ihrer Zusammensetzung den sich verändernden Bedürfnissen Ihres Babys an und liefert ihm genau die Nährstoffe, die sein Organismus für die jeweils anstehenden Wachstumsphasen benötigt. Nehmen Sie jetzt die Bestandteile von Muttermilch mit uns unter die Lupe!

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Lactose und unverdauliche „prebiotische" Kohlenhydrate

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In Muttermilch sind als Kohlenhydrate Lactose, also „Milchzucker", und unverdauliche, prebiotische Oligosaccharide enthalten. Lactose macht im Durchschnitt knapp 40 Prozent der täglichen Energiezufuhr des Säuglings aus. Sie liefert Energie, unterstützt die Aufnahme von Calcium und ist wichtig für eine gesunde Darmflora indem sie Fäulnisbakterien hemmt und Bifidus-Bakterien begünstigt. Muttermilch enthält etwa doppelt so viel Lactose wie Kuhmilch – je nach Alter Ihres Babys etwa 7 Gramm pro 100 Milliliter.

Warum ist eine bifidusdominante Darmflora beim Baby so wichtig?

Eine bifidusdominante Darmflora kann vor Infektionen und Allergien schützen. Bifidusbakterien schaffen durch die Produktion von Säuren ein saures Milieu im Darm, das das Wachstum krankmachender Bakterien hemmt. Die Besiedlung des Darms mit Bifidusbakterien stimuliert insgesamt die Entwicklung eines starken Immunsystems.

Ein Wundercocktail mit Schutzwirkung fürs Baby

Die unverdaulichen Kohlenhydrate aus der Muttermilch überstehen die Magen-Darm-Passage völlig intakt, denn sie werden nicht durch die Enzyme des Darmtrakts verdaut. Sie erreichen also unverdaut den Dickdarm. Dort stimulieren sie  das Wachstum gesundheitsfördernder Bakterien, vor allem von Bifidusbakterien. Wissenschaftler sprechen von den „prebiotischen Eigenschaften" der Oligosaccharide. Gestillte Säuglinge weisen daher eine Bifidusdominanz im Darm auf.

Fette - Energie

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Reife Muttermilch ist mit durchschnittlich 4,03 Gramm Fett pro 100 Milliliter sehr fettreich. Ihr Fettgehalt deckt 40 bis 50 Prozent der täglichen Energiezufuhr des Säuglings. Im Vergleich zu Kuhmilch hat Muttermilch einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Die essenzielle Fettsäure Linolsäure macht 10 Prozent der gesamten Fettsäuren in Muttermilch aus, dagegen kommt in Kuhmilch nur ca. 2 Prozent Linolsäure vor.

LCP fördern die Entwicklung von Gehirn, Nervensystem und Sehvermögen

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Langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LCP) sind wichtige Bausteine fürs Gehirn, speziell in den ersten 1000 Tagen. Bei einer guten Versorgung mit LCP entwickeln Kinder bessere kognitive Fähigkeiten als Kinder, die nicht ausreichend LCP erhalten haben.

Zudem sind in 100 Milliliter Muttermilch durchschnittlich 13,5 Gramm der wertvollen langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthalten, die man als LCP bezeichnet. LCP sind wichtige Bausteine in allen Zellmembranen. Besonders hohe Konzentrationen findet man in den Membranen des Gehirns, von Nerven- und Sehzellen. Das bedeutet, dass LCP eine große Bedeutung für die Entwicklung von Sehvermögen, Nervensystem und Gehirn haben.

Proteine

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Der Proteingehalt der Muttermilch beträgt etwa 0,8 bis 1,1 Gramm Protein (Eiweiß) pro 100 Milliliter. Dieser – im Vergleich zu Kuhmilch viel niedrigere Proteingehalt – ist perfekt an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst, da die Energiestoffwechsel- und Ausscheidungsfunktionen des Säuglings noch unreif sind, d.h. hohe Proteingehalte den Energiestoffwechsel belasten würden. Im Laufe der Stillzeit sinkt der Proteingehalt: Er ist im Kolostrum direkt nach der Geburt  noch wesentlich höher als später in der sogenannten reifen Muttermilch. Die beiden „Hauptproteine" in der Muttermilch sind das Molkenprotein und das Casein. Ihr Verhältnis steigt von 80:20 im Kolostrum auf 60:40 in der reifen Milch.

Muttermilch enthält viele Proteine mit Schutzwirkung.

Besonders wertvoll ist das eisenbindende Protein Lactoferrin mit seiner anti-infektiven und antibakteriellen Wirkung sowie Lysozym, das die Bakterienvermehrung hemmt.

Vitamine

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Muttermilch enthält alle für das Baby wichtigen Vitamine in einem ausgewogenen Verhältnis. Vitamin A wird zum Wachstum und zur Entwicklung benötigt, für gesunde Haut und gutes Sehvermögen sowie für ein gut funktionierendes Immunsystem. Vitamin E ist am Energiestoffwechsel beteiligt und schützt die ungesättigten Fettsäuren (LCP). Auch die wasserlöslichen Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin C liefert die Muttermilch in der altersentsprechenden Menge. Zudem enthält Muttermilch Vitamin D, allerdings nicht in ausreichenden Mengen.  Zur Rachitisprophylaxe wird daher aber der 1. Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres bei gestillten und nicht gestillten Säuglingen die Gabe eines Vitamin D Präparates empfohlen. Die Prophylaxe sollte im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten weiter durchgeführt werden.

Mineralstoffe und Spurenelemente

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Wichtige Mineralstoffe für das Baby sind Calcium (Ca) und Phosphor (P), denn beide tragen essenziell zur Knochenmineralisierung bei. Spurenelemente gehören ebenfalls zur Gruppe der anorganischen Mineralstoffe. Sie heißen so, weil sie nur in kleinsten Mengen, in Spuren, vorkommen und benötigt werden. Eisen (Fe) ist wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen und die Gehirnentwicklung. Das Protein Lactoferrin in der Muttermilch unterstützt die Verwertbarkeit von Eisen. Weitere wichtige Spurenelemente sind Selen (Se), das die Zellen vor dem Angriff durch freie Radikale schützt, sowie Chrom (Cr) und Zink (Zn), die an verschiedenen Wachstums- und Energiestoffwechselvorgängen beteiligt sind.

Sonstige Bestandteile

Erwähnenswert sind noch die Nucleotide. Es sind die Bausteine der Nucleinsäuren: der DNA, der Trägerin unserer Erbinformation und der für die Proteinbiosynthese verantwortlichen RNA. In Zeiten des rapiden Wachstums, wie in der frühkindlichen Phase, reicht die normale Herstellung im Körper nicht aus, so dass der Körper auf eine Nahrungsquelle zurückgreifen muss. Deshalb sind die in der Muttermilch enthaltenen Nucleotide für das Baby so wichtig.

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